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Ungewöhnliche Geschichte aus Rocker-Milieu: Opfer aus dem Märkischen Kreis

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Von: Olaf Moos

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Der mutmaßliche Täter soll ein Unterstützer des inzwischen aufgelösten Hagener Rockerclub Bandidos MC sein. © picture alliance / dpa

Lüdenscheid/Hagen - Mit einer eher ungewöhnlichen Geschichte aus dem Rocker-Milieu muss sich seit Dienstag, 2. Juni, die 9. große Strafkammer des Hagener Landgerichts auseinandersetzen.

Als mutmaßliches Opfer mehrerer Verbrechen tritt ein Lüdenscheider in den Zeugenstand. Sein Peiniger soll ein 33-Jähriger aus Hagen sein, den die Justiz einer „Unterstützer-Gruppierung des – inzwischen aufgelösten – Hagener Rockerclubs Bandidos MC“ zurechnet. Der Staatsanwalt legt dem Mann unter anderem erpresserischen Menschenraub zur Last. 

Wie es in der Mitteilung des Landgerichts heißt, soll der Angeklagte über mehrere Jahre eine intime Beziehung zu dem Lüdenscheider unterhalten haben. Der Geschädigte habe seinen Rocker-Freund während der Zeit mit zahlreichen Geld- und Sachgeschenken bedacht. Bernhard Kuchler, Pressesprecher des Landgerichts, weiter: „Während der Angeklagte eine Liebesbeziehung nur vorgetäuscht haben will, will der Geschädigte seine Geschenke im Glauben an eine gemeinsame Zukunft gemacht haben.“ 

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft kam es in den frühen Morgenstunden des 14. Januar in der Wohnung des 33-Jährigen in Hagen zu einvernehmlichem Sex zwischen den Männern. Dabei habe sich der Hagener jedoch Verletzungen zugezogen – und verlangte von seinem vermeintlichen Partner ein Schmerzensgeld in Höhe von 5000 Euro. Um seine Forderungen durchzusetzen, zog er laut Anklageschrift eine – möglicherweise ungeladene – Schreckschusspistole und hielt seinem Opfer ein Küchenmesser an den Hals. 

Außerdem drohte der 33-Jährige seinem Freund damit, jedem Familienmitglied des Lüdenscheiders einen Finger abzuschneiden und ihm die Bandidos auf den Hals zu hetzen, wenn er nicht bezahle. Schließlich gab der Geschädigte nach, fuhr mit dem Mann aus Hagen zu seiner Lüdenscheider Wohnung, holte sich dort seine Sparkassen-Karte und hob auf dem Rückweg nach Hagen an einem Geldautomaten in Rummenohl 1000 Euro ab. 

Der Mann aus Hagen ist nach Gerichtsangaben erheblich vorbestraft, unter anderem wegen illegalen Drogenbesitzes. Seit seiner Festnahme durch die Polizei sitzt er in Untersuchungshaft. Ihm droht eine Freiheitsstrafe zwischen fünf und 15 Jahren. Den Vorsitz des Prozesses, der auf fünf Verhandlungstage anberaumt ist, führt Richter Christian Hoppe. Als Strafverteidiger tritt der Essener Rechtsanwalt Gerhard Thien auf.

Information:

Die weiteren Hauptverhandlungstage sind für den 6., 16., 18. und 19. Juni terminiert.

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