Positiver Blick in die Zukunft

Erkrankte Sandra W. erfährt Welle der Hilfsbereitschaft

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Jacques Loockx, Dimitrios Pavlidis , Jessica Kruck, Matthias Kruck, Anna-Lena- Bock, Monika Dobner und Monika Villani (v.l.n.r.) stehen Sandra (2.v.l.) hilfreich zur Seite. - Foto: Grégoire

Lüdenscheid - Für die 42-jährige krebskranke Sandra W., die durch einen Dachstuhlbrand so ziemlich alles verloren hat, scheint sich doch noch alles zum Guten zu wenden. Sie ist dankbar für eine neue Wohnung und eine ungeheure Welle der Hilfsbereitschaft.

Sandra wurde in den letzten Wochen vom Schicksal massiv gebeutelt: Wie berichtet, lebte die Wahl-Lüdenscheiderin in einer stark mängelbehafteten Wohnung. Gerade nachdem sie die Wohnung gekündigt hatte, bekam sie die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Nachdem sie am Umzugstag vom Umzugsunternehmer sitzen gelassen wurde, traten dank der Facebook-Gruppe „Lüdenscheider helfen Lüdenscheidern“ engagierte Menschen in ihr Leben, die sie tatkräftig unterstützten.

Doch gerade als die gebürtige Magdeburgerin in ihrer neuen Wohnung zur Ruhe kommen wollte, brannte der Dachstuhl unmittelbar über ihrer Dachgeschosswohnung, Sandras Hab und Gut wurde durch die Löscharbeiten stark beschädigt.

Lüdenscheider lassen Sandra nicht im Stich

Aber die Lüdenscheider haben Sandra nicht im Stich gelassen. Nach der LN-Berichterstattung, aber auch durch die Lüdenscheider Facebook-Gruppe erlebte die krebskranke Frau eine Welle der Hilfsbereitschaft. Ihr wurden Möbel, Elektrogeräte und Hausrat in großen Mengen angeboten, Hilfe in Form von Arbeitskraft zugesagt.

„Ich hatte so viel Angebote, dass ich mir sogar aussuchen konnte, was ich gerne hätte“, erzählt Sandra. „Es waren so viele persönliche Nachrichten, dass ich Mühe hatte, alle zu beantworten.“

Sandra freut sich über die Schlüssel zu ihrer neuen Wohnung - und die gute Zusammenarbeit von Jobcenter und Vermieter. - Foto: Grégoire

Vom Krankenhaus aus, wo sie in der vergangenen Woche ihre letzte Chemo bekam, wählte Sandra per Fotodokumentation ihre künftige Wohnungseinrichtung aus. Und kaum bekam sie die Schlüssel zu ihrer neuen Wohnung, waren die fleißigen Helfer da, um die Wahlmöbel aufzubauen.

Farben und Hausratsversicherung gespendet

Monika Villani kam nicht nur mit Farbeimern, die ihr Arbeitgeber, die Naturfarbenfirma Ecotec gespendet hatte, sondern wird Sandra auch für künftige Schadensfälle absichern, indem sie ihr eine Hausratversicherung bezahlt. „Orange- und Rottöne tun der Seele gut, deshalb haben wir uns für diese Farben entschieden“, so die hilfsbereite Lüdenscheiderin.

Auch Monika Dobner von der Lüdenscheider Pfötchenhilfe war vor Ort, um die drei Katzen von Sandra mit Futter, Spielzeug und Körbchen zu versorgen. Zudem brachte sie einige Haushaltsartikel, die beim letzten Flohmarkt zugunsten der Tiertafel übrig geblieben waren, sowie einen Fernseher mit.

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Thordis Dreismann, Nicole Hildebrandt, Sabine Lohmann, Carmen Graefer und Christa Kaufmann brachten Möbel oder Haushaltsartikel und bauten sie in der neuen Wohnung auf. Ganz bemerkenswert: Die 22-jährige Anna-Lena Bock, selbst krebskrank und chemobehandelt, half stundenlang beim Schränkeaufbau.

Auch für die Verpflegung der Helfer war gesorgt. Jessica Kruck, die mit Mann Matthias helfend zur Stelle war, hatte eine aufwendig dekorierte Torte mit dem Motiv „Lüdenscheider helfen Lüdenscheidern“ gebacken.

Auch der LN-Glücksbringer-Verein hilft

In den nächsten Tagen bekommt Sandra noch Lampen, Gardinen, Wäsche und weitere Gebrauchsgegenstände, sogar Kleidung. Eine LN-Leserin, die nicht namentlich erwähnt werden möchte, wird Sandra eine neue Matratze kaufen. Der LN-Glücksbringer-Verein wird die 42-Jährige mit neuen Küchenschränken unterstützen.

Die Facebook-User Jacques Loockx, Dimitrios Pavlidis und Veronika Schreiner standen Sandra die ganze Zeit treu zur Seite, organisierten die Hilfsaktion, während Sandra im Krankenhaus lag. Einer der Helfer der ersten Stunde kann leider nicht mehr sehen, dass letztendlich alles ein glückliches Ende nimmt: Volker Jenneboer erlag am Samstag einem Herzinfarkt. „Jetzt kann ich mich nicht mal mehr bei ihm bedanken“, sagte Sandra traurig.

Viele neue Freunde dazugewonnen

Auch die gute Zusammenarbeit von Jobcenter und Vermieter tat ihr Übriges: Innerhalb weniger Tage konnte Sandra, die zwischenzeitlich mit ihren Tieren bei Freunden untergekommen war, eine Wohnung im gleichen Haus beziehen.

So kann Sandra positiv in die Zukunft blicken: Die Chemotherapie hat sie durchgestanden, gesundheitlich geht es bergauf, sie hat jetzt eine schöne Wohnung, neue Möbel und viele neue Freunde dazugewonnen. Und immer noch ist sie ganz gerührt von so viel Hilfsbereitschaft. - Von Christina Grégoire

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