Unfallflucht kommt teuer zu stehen

Lüdenscheid - Na gut, Parkverbot. Er durfte nicht dort stehen, wo er stand. Woanders war halt kein Platz vor der Firma an der Gartenstraße. War ja alles voll. Aber muss deshalb jemand seinen Wagen rammen? Und dann noch abhauen?

„Ich habe den Unfall wirklich nicht wahrgenommen“, sagt der Angeklagte (56). „Ich wollte drumherum fahren, da habe ich ihn anscheinend gestreift.“ Die Höhe des Sachschadens beläuft sich auf knapp 1000 Euro. Strafrichter Thomas Kabus mutmaßt, das hätte man doch sehen, hören oder zumindest fühlen müssen. Denn der Geschädigte spricht von einem „lauten Knall“. Und ein Zeuge, Arbeitskollege des Angeklagten, erinnert sich: „Da ist der aus seinem Auto gesprungen und hinterhergelaufen.“

So wird das Kennzeichen des Täters bekannt, die Polizei kommt zu Besuch. Das Strafverfahren läuft an. Der Geschädigte lässt sich einen Kostenvoranschlag machen. Der Unfallverursacher überweist ihm das Geld. Der Schaden ist trotzdem bis heute nicht repariert.

Rechtsanwalt Olaf Kühnapfel stellt gar nicht in Abrede, dass sein Mandant den Schaden verursacht hat. Aber der Vorwurf der Unfallflucht sei nicht zu halten. „Denn er musste ja damit rechnen, dass sein Kennzeichen aufgeschrieben wird.“ Strafrichter Kabus verurteilt den 56-Jährigen trotzdem – wegen vorsätzlichen Entfernens vom Unfallort.

1500 Euro Strafe muss er bezahlen, und er muss für zwei Monate seine Fahrerlaubnis abgeben. - omo

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare