Unfallschwerpunkt

Wildunfälle auf der L 692 mit gravierenden Folgen

[Update, 15.30] LÜDENSCHEID/WIBLINGWERDE - Zwei Unfälle, bei denen Sachschaden von insgesamt 15 000 Euro entstanden ist, haben sich am Sonntagabend und Montagmorgen auf der L 692 ereignet. In beiden Fällen sollen Rehe der Auslöser gewesen sein.

Ein 20-jähriger Autofahrer aus Nachrodt wurde bei einem Unfall am Sonntagabend leicht verletzt. Er war gegen 19.50 Uhr auf der L 692 in Richtung Wiblingwerde unterwegs. Im Bereich Sonnenscheid, schilderte der junge Mann später, habe vor ihm ein eh die Fahrbahn überquert. Bei dem Versuch, dem Tier auszuweichen, habe er die Kontrolle über seinen silberfarbenen Fiat Punto verloren, sei in eine Böschung gerutscht und gegen einen Baum geprallt.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Motorblock des Kleinwagens herausgerissen. Zwei Autos, die durch das Trümmerfeld fuhren, wurden beschädigt. Der Unfallwagen mussten mit Hilfe eines Kranes aus der Böschung gehoben werden. Zur Unfallaufnahme und Beseitigung des Trümmerfeldes wurde die Landstraße für eine gute Stunde komplett gesperrt. Die Polizei bezifferte den bei diesem Unfall entstandenen Sachschaden mit rund 12 000 Euro.

Ein weiterer Unfall ereignete sich am Montagmorgen nur knapp drei Kilometer weiter in Richtung Wiblingwerde ebenfalls auf der L 692. In Höhe Oevenscheid querte nach Polizeiangaben gegen 7 Uhr ein Reh die Fahrbahn und lief direkt vor ein Auto, dessen Fahrerin zum Glück unverletzt blieb. Allerdings entstand bei diesem Unfall auch beträchtlicher Sachschaden, die Polizei sprach von 3000 Euro.

Die L 692 in in der Region ein Wildunfall-Schwerpunkt

Die L 692 ist in der Region ein Wildunfall-Schwerpunkt. Die Polizei empfiehlt, nicht nur hier auf das Gefahrenzeichen „Wildwechsel“ zu achten und auf den so gekennzeichneten Straßenabschnitten sofort Fuß vom Gas zu nehmen und langsam und konzentriert fahren. Autofahrer sollten Wald- und Straßenränder dabei sorgfältig im Auge behalten und jederzeit bremsbereit sein, denn in 80 Prozent aller Fälle taucht das Wild nur 20 Meter oder sogar weniger vor dem Fahrzeug auf. Auch kommt ein Tier selten allein. Autofahrer müssen immer mit „Nachzüglern“ rechnen.

Nachts sollte man in bewaldeten Gegenden – wann immer möglich – mit Fernlicht fahren. So wirken die Augen der Tiere wie Rückstrahler und sind besser zu erkennen. Taucht Wild im Scheinwerferlicht auf, sollte man aber sofort abblenden, bremsen und hupen. Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung, während der Nacht und bei Nebel.

„Besonders gefährlich sind neue Straßen, die durch Waldgebiete führen, weil das Wild den gewohnten Wechsel beibehält“, so die Polizei. Grundsätzlich bezahlen Autoversicherungen Schäden, die bei einem Zusammenstoß mit Haarwild, also zum Beispiel Rehen oder Wildschweinen entstehen. Strittig ist mitunter, ob auch die Schäden versichert sind, die durch ein missglücktes Ausweichmanöver angerichtet werden. Das Amtsgericht München hat in einem Fall allerdings zugunsten eines Autofahrers entschieden, dass die Teilkaskoversicherung den Schaden als sogenannten Rettungskostenersatz zu erstatten hat. (AZ 345 C 3874/08)

Rubriklistenbild: © Foto: van de Wall

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