Bei "Belle Epoche" in Lüdenscheid

Unfall auf Festgelände: Historisches Feuerwehr-Fahrzeug kippt um

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Die Drehleiter aus dem Jahr 1955 kippte zur Seite.

Lüdenscheid – Ein historisches Feuerwehr-Fahrzeug ist kurz vor Ende des Oldtimer-Treffens „Belle Epoque trifft Motorblock“ in Lüdenscheid umgekippt. 

Die rund 25 Meter lange Drehleiter war zum Zeitpunkt des Unfalls ausgefahren und schlug auf dem Boden auf. Verletzt wurde niemand. An der Drehleiter entstand erheblicher Sachschaden. 

Gegen 17.30 Uhr kam es am Sonntag zu einer folgenschweren Verkettung unglücklicher Umstände. Die meisten Besucher hatten zu diesem Zeitpunkt des Festgelände an der Schützenhalle verlassen. Auch viele Teilnehmer hatten sich mit ihren Oldtimern bereits auf den Heimweg gemacht, als die Mitglieder des Löschzugs Oberrahmede mit den Abbauarbeiten begannen. 

Malheur beim Einholen der Flagge

Nach Angaben von Feuerwehr-Sprecher Jörg Weber passierte das Malheur beim Einholen einer Flagge, mit der während des Festes für die Feuerwehr geworben wurde. Da sich die Leiter nicht einfahren ließ, wurde sie seitlich abgewinkelt und heruntergefahren, um die Flagge vom Boden aus abzunehmen. 

Die Flagge schwebte zuvor über dem Festgelände.

Der Kipppunkt war erreicht, als sie genau waagerecht zu Boden stand. „Wie in Zeitlupe“ senkte sich die Drehleiter, berichtet Martin Kornau, einer der Organisatoren der Benefizveranstaltung. „Die Leiter ist auf die Erde gefallen und das Trägerfahrzeug seitlich in die Luft gekippt“, sagt Feuerwehr-Sprecher Weber. 

Historische Drehleiter kippt um

Der sogenannte Leiterpark verzog sich dabei so stark, dass er nicht mehr eingefahren werden konnte. Die Feuerwehr musste zwei verbogene Teleskopelemente mit einem Flexgerät abtrennen. 

Fahrzeug wurde 1955 in Dienst gestellt

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Mercedes-Benz vom Typ 312 mit einem Metz DL-25-Aufbau, Baujahr 1955. Es war die erste mit einem Motor ausgestattete Drehleiter in der Stadt Lüdenscheid. Jahrzehntelang stand sie in Diensten der heimischen Feuerwehr. 

Anfang der 1990er Jahre kaufte ein Getränkegroßhändler das Fahrzeug für 5.000 D-Mark von der Stadt und ließ es aufwendig restaurieren. Das liebevoll gepflegte 115 PS starke Gefährt war schon damals gern gesehene Attraktion bei Feuerwehr-Festen und anderen Events in der Region. 

Fördervereins-Vorsitzender "traurig und bestürzt"

2011 ging es in den Besitz des Fördervereins der Lüdenscheider Feuerwehr über. Dessen Vorsitzender Rolf Linnepe wurde am Sonntagabend telefonisch über den Unfall informiert. „Traurig und bestürzt“ sei er gewesen, sagt Linnepe. Er werde jetzt mit der Firma Metz sprechen, um zu klären, ob die Drehleiter repariert werden könne.

 „Wir sind glücklich, dass niemandem etwas passiert ist“, sagt ein erleichterter Martin Kornau von der IG Oldtimerfreunde im Sauerland, die das Treffen in und an der Schützenhalle organisiert hat. Ihm tue es für die Jungs vom Löschzug Oberrahmede leid, „die spontan teilgenommen haben, um sich und die Feuerwehr zu präsentieren“. Kornau wies darauf hin, dass der Abbau vereinbarungsgemäß erst begann, als sich der Platz geleert hatte. Zuvor hätte die Drehleiter nicht bewegt werden dürfen

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