April: Helmut Pahl

Helmut Pahl. ▪

LÜDENSCHEID ▪ „Schreiben Sie lieber über die Künstler“, gibt Helmut Pahl dem Besucher mit auf den Weg. Er selbst sei doch nicht so wichtig.

Die LN halten auch den Kunstkenner für wichtig. Und mit ihm seine Wortmeldungen und rund 300 Beiträge zur kulturgeschichtlichen Forschung und über jene Menschen seiner Heimatstadt Lüdenscheid, die unterschiedliche künstlerische Laufbahnen einschlugen. 50 Jahre nach der Veröffentlichung seines ersten kulturell-heimatkundlichen Beitrags wählte die LN-Redaktion Helmut Pahl zum Lüdenscheider des Monats April.

Geboren wurde Helmut Pahl 1937 in Lüdenscheid als Sohn des Graveurs Julius Pahl, der bei der Firma Deumer ein Kollege des jüngst durch eine Ausstellung in der Städtischen Galerie geehrten Künstlers und Graveurs Wilhelm Jüngermann war. Nach dem Abitur am Zeppelin-Gymnasium studierte Helmut Pahl Pädagogik in Dortmund und wurde Lehrer für Volks- und Realschulen. 40 Jahre lang blieb er diesem Beruf treu – zunächst in Meinerzhagen, später in Lüdenscheid, zuletzt an der Albert-Schweitzer-Hauptschule. „Es gab dort ein so nettes Kollegium, dass ich nie wieder wechseln wollte“, blickt Pahl zurück auf seine letzte Dienststelle, aus der er sich 1999 in den Ruhestand verabschiedete. Die Forschung rang er seinem Lehrerdasein ab. „Ich weiß auch nicht mehr, wie ich das gemacht habe“, sagt er und weiß doch eine Antwort: Häufig habe er sich in den großen Ferien der Forschungsarbeit gewidmet. Und ohne den immer hilfsbereiten ehemaligen Stadtarchivar Dieter Saal wäre das alles nicht möglich gewesen, betont Pahl. Doch es blieb auch Zeit übrig für viele Kulturreisen mit jener Frau und Kollegin, von der Helmut Pahl sagt, dass er mit ihr „sehr, sehr gut befreundet“ gewesen sei: Edith Müller.

Verkannte und vergessene Lüdenscheider Künstler ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu heben, war lange Jahre Pahls vornehmstes Bemühen. Als Kandidaten dafür nennt er Lieselotte Ellenbeck-Hembeck, „eine der bedeutendsten Gobelin- und Bildweberinnen Deutschlands“, den Opernsänger Rolf Becker, „ein ganz lieber Mensch und ein toller Opernsänger“, Klaus Hesse, der lange Jahre als Schauspieler beim Theater in Schleswig auftrat, und vor allem Hans Müller, den von seiner Heimatstadt aus völlig rätselhaften Gründen missachteten Regisseur, der an 60 Filmen mitwirkte und Künstlerpersönlichkeiten wie Victor von Bülow, Walter Giller und Nicolaus Harnoncourt Lüdenscheid näherbrachte.

Auch jüngst hat sich Pahl wieder zu Wort gemeldet und die Wiederaufnahme einer alten Tradition angeregt: Gemeinschaftsausstellungen heimischer Künstler sollen diese wieder bekannter machen. Mit der finanziellen Hilfe von Unternehmer Helmut Fischer könnte dieser Wunsch in Erfüllung gehen.

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