„Unechte“ Einbahnstraßen noch bis ins neue Jahr

Gegenverkehr trotz des Einbahnschildes: Damit müssen die Autofahrer auf den sechs „unechten“ Einbahnstraßen in Lüdenscheid achten – noch bis ins neue Jahr.

LÜDENSCHEID - Auch wenn sie kurzzeitig etwas abgeschmolzen sind: Die Schneehaufen an Lüdenscheids Straßenrändern sorgen weiterhin für neue Einbahnstraßen, versperrte Fußwege und unverhoffte Bus-Stopps.

Die bislang sechs Einbahnstraßen wegen aufgetürmter Schneehaufen an beiden Straßenrändern sind allerdings „unecht“, wie Heino Lange, Sprecher des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs (STL) erklärte. Das bedeutet, dass Autofahrer auf diesen Straßen trotz des Ein-Richtungs-Verkehrs mit entgegenkommenden Fahrzeugen rechnen müssen. Die unechten Einbahnstraßen werde es angesichts der erwarteten Schneefälle an Weihnachten vermutlich bis ins neue Jahr hinein geben. Möglicherweise kommen noch weitere hinzu.

Die zurzeit betroffenen Straßen sind bekanntlich die Peter- und die Philippstraße, der Mittlere und der Obere Worthhagen, der Oenekinger Weg und die Teutonenstraße. Sie werden als unechte Einbahnen bezeichnet, weil sie nur am Eingang mit dem rotweißen Sperrzeichen „Verbot der Einfahrt“ ausgeschildert sind. An den Einmündungen entlang dieser Straßen stehen dagegen keine Einbahnschilder. Auch Anwohner, die von ihren Grundstücken kommen, dürfen ihre Straße weiterhin „falschherum“ benutzen, ohne dafür belangt werden zu können.

Unechte Einbahnstraßen werden nach Angaben des Bauservices der Stadt immer dann eingerichtet, wenn man nur den Hauptrichtungsverkehr daran vorbei leiten will – zum Beispiel, um unauflösbare Staus zu verhindern. Die gibt es dann, wenn eine Straße nicht mehr breit genug für zwei Autos ist und sich dahinter jeweils weitere Fahrzeuge ansammeln.

Auf ein anderes großes Problem durch Schneehaufen am Straßenrand machte gestern LN-Leserin Ilse Bille aufmerksam, die an der Philippstraße wohnt. „Auch wenn der STL im Moment viel zu tun hat, um den Autoverkehr flüssig zu halten: Für uns Fußgänger fehlen Durchstiche durch die Schneehaufen, wenigstens an den Kreuzungen“, sagte die 80-Jährige. So aber seien die Umwege entlang der unüberwindlichen Wälle so lang, dass die Seniorin sie nicht mehr bewältigen kann. „Ich fühle mich seit einer Woche unter Hausarrest gestellt“, und so dürfte es vielen Senioren gehen, fürchtet Ilse Bille. „Dabei hat der Winter gerade erst angefangen.“ Um ihren Kühlschrank wieder auffüllen zu können, habe sie sich kürzlich ein Taxi bestellt, damit sie zum Einkaufen überhaupt in die Stadt kam.

Große Probleme mit den Schneehaufen haben auch Linienbusse, wie MVG-Sprecher Jochen Sulies bestätigte. In diesem Winter sei es „so oft wie nie zuvor“ passiert, dass abgestellte Autos noch halb in die Straße hineinragten, weil sie wegen des hartgefrorenen Schnees am Straßenrand nicht mehr auf die Stellplätze passen. Folge für die Busse: Sie kamen an vielen Stellen nicht mehr durch.

Jochen Sulies appelliert an die Autofahrer, mitzudenken und darauf zu achten, dass ihr Abstellplatz auch für die breiteren Busse passierbar bleibt

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