Testkunden gibt es bereits

Unbemannte Fluggeräte im MK: Lieferung kommt aus der Luft

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Drohnen sollen bei der Firma Koerschulte in den Arbeitsalltag integriert werden.

Lüdenscheid - Eine Lüdenscheider Firma will mit dem Einsatz von Drohnen nicht nur die eigene Position stärkern, sondern auch den Standort MK.

Der Vorführeffekt blieb an diesem Tag aus. Die mit sechs Propellern ausgestattete Gerätschaft mit einer Tragfähigkeit von 10 kg stand lediglich wie auf dem Präsentierteller in den Räumlichkeiten der Hotset GmbH, aber in der Luft und in Aktion war sie nicht zu sehen. Der Drohnenpilot war erkrankt, und ohne die benötigte Fluglizenz ist selbst ein Probeflug über ein paar Meter nicht erlaubt. 

Norman Koerschulte lässt sich durch solche kleinen Rückschläge nicht vom Weg abbringen, ist von dem Geschäftsmodell und seiner Vision überzeugt. Er will die Lastendrohnen vollends in den Arbeitsalltag einbinden, die Kunden von der Technologie und den Vorteilen der Drohne überzeugen. Drohnen bieten ein großes Potenzial – nicht nur privat, sondern mittlerweile auch gewerblich. Die Ziele der Drohnen können zentimetergenau angesteuert werden, zudem würde der Stadtverkehr entlastet werden. 

Der Geschäftsmann, der bereits im Silicon Valley arbeitete, ist von dem Geschäftsmodell überzeugt. „Da müssen wir hin, wir müssen die Wirtschaft stärken, auch der lokale Einzelhandel kann profitieren.“ 

Koerschulte lenkt als Geschäftsführer zusammen mit seinem Bruder die Geschicke des Traditionsunternehmens, der Karl Koerschulte GmbH, das im nächsten Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. 

Vom Profiwerkzeug über Verbindungssysteme – das Lagersortiment umfasst über eine Million Artikel, die zukünftig auch mithilfe von Drohnen zu den Geschäftskunden kommen sollen. Nur so könne das Unternehmen auch die nächsten 100 Jahre überleben, erklärt Koerschulte. Doch der Unternehmer möchte damit nicht nur seine eigene Firma stärken, sondern den Standort MK.

Die Firma Hotset und Phoenix Feinbau stehen als Testkunden für die Karl Koerschulte GmbH in der ersten Phase bereit.

Neben Hotset wurde auch Phoenix Feinbau als erster Testkunde hinzugewonnen. „Ich habe gleich gesagt, dass ich mich daran beteiligen möchte. Wir brauchen solche Ideen, um als Standort weiterhin sexy zu sein “, erklärt Hotset-Chef Ralf Schwarzkopf. 

Koerschultes Ziel ist es, den Mittelstand zu stützen. Dafür gründete er zusammen mit einigen anderen Unternehmern die PVH Future Lab GmbH, die sich als Ziel gesetzt hat, die Unternehmen untereinander zu vernetzen und dementsprechend voneinander zu profitieren. „Future Lab dient als Plattform für den Mittelstand“, sagt der 40-Jährige. 

Als Hersteller der Drohnen diente die Bielefelder Firma Third Element Aviation (TEA), die nach eigenen Angaben bereits über 100 Drohnen vertrieben haben. „Wir sind für die Hardware und die Softwareentwicklung zuständig und im Hamburger Raum bereits fest verwurzelt. Die Learnings in Hamburg sind auch auf den Märkischen Kreis übertragbar“, erklärt TEA-Geschäftsführer Marius Schröder.

Nur in der Hand, nicht in der Luft: Mithilfe der Drohne will Koerschulte-Geschäftsführer Norman Koerschulte (rechts) die Kunden zukünftig beliefern. Zu seinen ersten Testkunden zählt die Hotset GmbH um Ralf Schwarzkopf (Zweiter von rechts).

Das Ziel von Koerschulte ist klar gesteckt. Neben den beiden Testkunden sind auch weitere potenzielle Anflugpunkte für Phase 2 herausgesucht und angefragt, die vom Standort der Firma nochmals weiter entfernt liegen. Darunter sind die Märkischen Reha Kliniken und die Fischer Elektronik GmbH. 

Doch dafür muss die Drohne auch abheben und genügend Lizenz-Piloten vorhanden sein. Das Ziel ist klar definiert, das Fliegen folgt als nächster Schritt.

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