Umzugsbeschluss: Musikschule und Teile der VHS zur Kaiserallee

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2158 Unterschriften für den Verbleib der VHS übergab Sigrid Schroeder vom Altstadtverein im Rat dem Bürgermeister.

Lüdenscheid - Entscheidung im Umzugsstreit: Die Musikschule und große Teile der Volkshochschule werden 2015 in die Albert-Schweitzer-Hauptschule an der Kaiserallee verlegt. Deren Aula wird bis dahin für 145 000 Euro zudem so erhöht, dass ein Ersatz für den wegfallenden Kammermusiksaal der Musikschule entstehen kann.

Der Ratsbeschluss kam am Abend mit den Stimmen der Mehrheit von SPD, FDP und Grünen bei 16 Nein-Stimmen vor allem aus der CDU zu Stande. Deren Appell an die Ampel, die Entscheidung zu überdenken, verpuffte.

Zeitweilig ging es hoch her in einer Debatte, in der meist bekannte Argumente ausgetauscht wurden. Christel Gabler (CDU) warf der Ratsmehrheit vor, „die Arroganz der Macht gegen den Willen der Bürger“ zu setzen, der sich in 2158 Unterschriften für den Verbleib der VHS in der Oberstadt zeige. Diese Listen hatte die Vorsitzende des Altstadtvereins, Sigrid Schroeder, zu Beginn Bürgermeister Dieter Dzewas überreicht: „Wir hoffen, dass die positive Entwicklung der Oberstadt jetzt keinen Schaden nimmt!“

Die Schule bleibe doch, hielt SPD-Fraktionschef Ingo Diller dagegen. „Aber nur, weil Sie Gegenwind aus der Bevölkerung erhielten“, sagte Dillers CDU-Pendant Oliver Fröhling. Der Ampel gehe nach einem zu frühen Ja zu den Umzügen nur noch um Gesichtswahrung. Die jetzt anstehende Teilung der VHS sei von deren Leiter als „personell nicht machbar“ dargestellt worden. Und das schon im Februar vorgelegte Gegenkonzept der Union, das den Verbleib beider Schulen in der Innenstadt sowie neue Räume in der Hauptpost am Rathausplatz vorsah, sei gar nicht erst geprüft worden.

Dies wurde auch gestern abgelehnt. Laut Jens Holzrichter (FDP) hätte es ebenso die Teilung der VHS bedeutet. Geprüft worden seien zudem so viele Unionsanfragen zu den Umzügen, dass man dafür im Rathaus einen Prüfbeamten hätte einstellen können.

„Ramba-Zamba zu machen“ war für Gordan Dudas (SPD) denn auch das CDU-Motiv. Otto Bodenheimer (Grüne) ergänzte, der Kompromiss könne alle Seiten zufriedenstellen, doch wolle die Union „ein emotional besetztes Thema bis in den Kommunalwahlkampf ziehen“.

„Wir haben vor dem Wähler jedenfalls keine Angst“, konterte Fröhling. Als „aus fachlicher Sicht nicht vorstellbar“ habe VHS-Leiter Andreas Hostert die jetzt anstehende Teilung bezeichnet, die eine andere als im CDU-Konzept sei.

Rüdiger Wilde assistierte, es werde ein Gebäude teuer aufgerüstet, in das schon wegen der Lage kaum Teilnehmer kämen. „Und das, weil sein Wert bei Einführung der doppelten Buchführung viel zu hoch angesetzt wurde.“ Das solle jetzt auf Kosten der Stadtkasse verschleiert werden. Holzrichter hielt dagegen: Es sei widersinnig, mit der Hauptschule bestehende Werte der Stadt abzureißen, „um dann in der Hauptpost hohe Mieten zu bezahlen“.

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