VHS-Umzug: Rat hebt Beschluss endgültig auf

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Mit der Beleuchtung der Fensternischen an der VHS wurde zuletzt bereits ein wichtiger Schritt zur Aufwertung der Altstadt getan. Von einer Quartierförderung verspricht man sich viel.

Lüdenscheid - Einstimmig, und ausdrücklich getragen von der Hoffnung auf EU-Fördermittel für die Entwicklung des Altstadtquartiers, hat der Rat den sogenannten Umzugsbeschluss aufgehoben. Der sah vor, dass die Musikschule und Teile der VHS in das Gebäude der Albert-Schweitzer-Hauptschule verlagert werden sollten.

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„Selten habe ich mich in 20 Jahren Ratsarbeit so geärgert wie über den Beschluss, VHS und Musikschule an den Rand zu verlagern“, sagte CDU-Ratsherr und Kulturausschussvorsitzender Norbert Adam. Umso größer sei jetzt seine Freude, fuhr er fort: „Das verdanken wir den Bürgerinnen und Bürgern.“ Die hätten „bei Wind und Wetter“ 2900 Unterschriften gegen den Umzug gesammelt. Und sie hätten auch noch 700 weitere gesammelt, die für ein Bürgerbegehren noch nötig gewesen wären.

Das Thema war aus rechtlichen Gründen erneut auf der Tagesordnung gelandet, weil die nicht hundertprozentig eindeutige Formulierung „außer Kraft gesetzt“ durch „aufheben“ ersetzt werden musste. Ingo Diller (SPD) wollte die Zustimmung seiner Partei zur Aufhebung des Ratsbeschlusses gleichwohl nicht als „Kuschen vor dem Bürger“ verstanden wissen. Man habe die Verlagerung aus wirtschaftlichen Gründen gewollt und verzichte darauf nun „in der Hoffnung auf EU-Mittel“. Da die Verwaltung hier unter Druck steht, kurzfristig ein „integriertes Handlungskonzept für das Altstadtquartier“ mit Hilfe eines Fachbüros zu erarbeiten, entschied Rat in der gleichen Sitzung mit einem Dringlichkeitsbeschluss, 80. 000 Euro außerplanmäßig bereitzustellen. Decken lässt sich das durch unverhoffte Zusatzerträge bei Baugenehmigungsgebühren. Die Zeit drängt, denn nur mit einem überzeugenden Konzept könnten, so hieß es, noch 2014 Anträge gestellt werden.

Seine Partei stimme „selbstverständlich“ zu, betonte Jens Holzrichter (FDP), nicht ohne zu ergänzen: „aufgrund der Perspektive, die sich für die Altstadtförderung ergeben hat“. Auch Otto Bodenheimer (Bündnis 90/Grüne) signalisierte Zustimmung. Man wolle verhindern, dass das Bürgerbegehren durch die neue Entwicklung ins Leere laufe, sagte er. Oliver Fröhling freute sich für die CDU, „dass der Antrag eine breite Zustimmung findet“. Man sei froh, dass alles so gekommen sei: „Dies ist ein guter Tag für die Stadt, ein guter Tag für die zukünftige Entwicklung der Stadt“. Lediglich Peter Oettinghaus (AfL) zeigte sich verwundert, „dass alles so nett abläuft“. Dass just jetzt „für die Ampel EU-Gelder avisiert werden“, sei erstaunlich. Das konterte Bürgermeister Dieter Dzewas mit dem Hinweis auf ständige Bemühungen der Planer um Fördergelder jeder Art, die immer parallel liefen. - sum

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