Geschlossener Recycling-Kreislauf

Umwelt im Blick: Großes Unternehmen im MK hat 2020 zusätzlich 368 Tonnen CO2 eingespart

Küberit Stromverbrauch
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Das heimische Traditionsunternehmen Küberit hat im vergangenen Jahr bei gestiegenem Umsatz den Stromverbrauch signifikant reduziert und zusätzliche 368 Tonnen CO2 eingespart.

Ein Lüdenscheider Traditionsunternehmen legt besonderen Wert auf den Umweltschutz. Im vergangenen Jahr hat es eine beachtliche Menge an CO2 eingespart.

Lüdenscheid – Das heimische Traditionsunternehmen Küberit schärft konsequent sein Profil als Betrieb mit besonderem Augenmerk auf Umwelt und Nachhaltigkeit. Das Bewusstsein habe sich gewandelt, stellt die Firma dazu fest. Es werde für jedes Unternehmen sehr wichtig, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und mit den Werten, die dahinter stünden: „Wir glauben, dass wir frühzeitig handeln müssen“, sagt Firmensprecher und Vertriebsleiter Lars Maier.

Aus seiner Rolle als Markt- und Innovationsführer heraus sieht sich der Hersteller von Fußboden- und Treppenkantenprofilen im nunmehr 158. Jahr seines Bestehens der Innovation und Tradition gleichermaßen verpflichtet. Wirtschaftlich gesehen, war 2020 für den weltweit aktiven Profile-Spezialisten vom Römerweg demnach ein erfolgreiches, wenn auch herausforderndes Jahr. Doch die Überzeugung, Nachhaltigkeit als Wert weiter auszubauen, der auch einen Unterschied zum Wettbewerb macht, sei nicht erst im vergangenen Jahr gewachsen. Erste Erfolge der längerfristigen Strategie zeigen sich.

Man habe, so heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens unter anderem, bei gestiegenem Umsatz nicht nur den Stromverbrauch signifikant reduzieren und zusätzliche 368 Tonnen CO2 einsparen, sondern auch 100 Prozent der Metallabfälle dem Recyclingkreislauf wieder zuführen können. Seit Jahren arbeite das Unternehmen mit vielfältigen Programmen und Maßnahmen daran, seine Nachhaltigkeitsbilanz immer weiter zu verbessern. Rund 150 Mitarbeiter an den beiden Standorten Lüdenscheid und Schalksmühle wirken daran mit.

Die im vergangenen Jahr abgeschlossene Neustrukturierung der Arbeitsabläufe und -prozesse habe erheblich zum positiven Jahresergebnis beigetragen. Die Lieferperformance habe sich nochmals verbessert. „Zudem haben wir ein neues, effektiveres Schichtmodell entwickelt, das wir sehr flexibel an die politisch vorgegebenen Kontaktbeschränkungen und gleichzeitig an die gestiegene Nachfrage anpassen konnten. Dadurch und durch technische Innovationen ist es uns gelungen, allein in der Produktion rund 140 000 Kilowattstunden (kWh) Strom einzusparen – laut BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei etwa 1400 kWh Strom im Jahr“, fasst Olaf Holtschmidt zusammen, Prokurist und Betriebsleiter bei Küberit.

„Die Reduktion des Stromverbrauchs, von Verpackungsmaterial usw., die effizientere Nutzung von Aluminium, all das trägt auch dazu bei, dass nicht alle Kostensteigerungen direkt auf die Preise unsere Produkte durchschlagen“, verdeutlicht Geschäftsführer Udo Ulbrich.

Verzicht auf Klimaanlage

Ziel von Küberit sei es, seine Nachhaltigkeitsbilanz jedes Jahr zu verbessern. Daher würden alle Maßnahmen sowohl unter sozialen, ökonomischen als auch ökologischen Aspekten geplant und durchgeführt – auch die umfassende Renovierung des Verwaltungsgebäudes. In den Büroräumen sorgen jetzt hochwertige Bodenbeläge, moderne Akustik-Deckenelemente und wärmeabweisende Plissees an allen Fenstern für eine gesunde Arbeitsumgebung. Der positive Nebeneffekt: 2020 konnte fast vollständig auf die Nutzung der Klimaanlage verzichtet werden. Zusätzliche 368 Tonnen CO2 sparte Küberit durch den Einkauf von klimaneutralem Strom ein.

Holtschmidt weiter: „Die Folgen der eingeschränkten Reise- und Kontaktmöglichkeiten in 2020 sind die klassischen zwei Seiten einer Münze: Sie fordern ein Umdenken bei vielen Arbeitsroutinen mit sicher nicht nur positiven Auswirkungen – aber dafür mit durchweg positiven hinsichtlich der Nachhaltigkeit. Im Vergleich zu 2019 reduzierten sich nicht nur die CO2-Emissionen deutlich durch weniger Fahrten mit dem Pkw, auch die Kosten für Benzin und Wartung der Firmenfahrzeugflotte sanken um rund 19 000 Euro.“ Zudem habe man im vergangenen Jahr ein internes Programm zum klimaschonenden Fahren entwickelt. Damit wolle man den Fahrern der zehn Fahrzeuge, die „in Vertriebsmission unterwegs“ sind, Anreize zum sparsamen und günstigen Fahren geben.

Auf der anderen Seite fehlt dem Unternehmen die Vielzahl von großen und kleinen Veranstaltungen und Messen, auf denen die Produkte dem Handwerk präsentiert und erklärt werden. „Wie können wir das kompensieren?“ – auch das ist eine Frage, mit der man sich befasst.

Denkanstoß von Kunden

Küberit setzt sich seit Jahren für einen geschlossenen Recycling-Kreislauf ein. Im vergangenen Jahr führte der Profile-Hersteller nach eigenen Angaben rund 218 Tonnen Wertstoffe zurück. Dabei sammelt Küberit nicht nur Papier, Holz und Kunststoffe, sondern auch seine Aluminium-, Messing- und Stahlschrotte, die dann sortiert über zertifizierte Entsorgungsbetriebe wieder in den Kreislauf eingebracht werden – 2020 rund 150 Tonnen.

Um die bei der Produktion entstehenden Metallabfälle zu reduzieren, achte das Unternehmen bereits bei der Produktentwicklung darauf, nicht nur den Nutzen für den Handwerker zu optimieren, der Küberit-Produkte verlegt, sondern auch das Material möglichst effizient einzusetzen. „Dies gelingt häufig durch kleine Modifikationen an unseren Profilen und Leisten, und nicht selten kommt der erste Denkanstoß dabei direkt von unseren Kunden“, erklärt Olaf Holtschmidt. „Das ist der große Vorteil unserer Manufaktur. Hier passen wir Standardprodukte an spezielle Kundenwünsche an - wir eloxieren um, ungebohrte Profile bohren wir, und wir ändern Längen. So konnten wir bei steigender Nachfrage unserer Produkte, den Aluminiumeinkauf auf gleichem Niveau halten.“

Recyceltes Sekundäraluminium

Ziel von Küberit ist zudem, so wenig Primäraluminium wie möglich einzusetzen. Bereits heute verwendet der Betrieb bis zu 70 Prozent recyceltes Sekundäraluminium für Fußboden-, Wand- und Treppenkantenprofile. Ziel ist es, das in drei Jahren auf 80 Prozent zu erhöhen. Das mache die Küberit-Aluminiumprofile überraschend nachhaltig und sehr ressourcenschonend: Für die Herstellung von zertifiziertem Sekundäraluminium benötige man rund 95 Prozent weniger Energie als für die Gewinnung von Primäraluminium. Durch moderne Verfahren verliere das Aluminium dadurch weder an Qualität noch an Güte.

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