Behutsam und umsichtig

LÜDENSCHEID - Auch wenn der Fahrplan zum gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen feststeht – zum Schuljahr 2014/15 besteht ein Rechtsanspruch – sei es wichtig, behutsam und umsichtig Veränderungen vorzunehmen. Das betonte Annette Schmidt-Kob in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses, der gemeinsam mit dem Kuratorium des Zeppelin-Gymnasium tagte.

Sabine Rigas-Gülde (CDU) hatte zuvor betont, darauf zu achten, die Qualität des Unterrichts zu sichern. Dabei hatte sie auch darauf hingewiesen, dass immerhin sechs von sieben Förderschulen im Märkischen Kreis aufgrund der nicht zu haltenden Mindestgröße an Schülern auf der Kippe stehen (wir berichteten). Deshalb sei es dringend notwendig, mit den Nachbarkommunen Kontakt aufzunehmen und Kooperationen einzugehen. „Der Elternwille wird ja sonst ad absurdum geführt, wenn sie unter Umständen 60 bis 70 Kilometer fahren müssten, um eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen zu erreichen.“ Tanja Tschöke (Grüne), selbst Leiterin einer Förderschule, betonte das Gemeinsame Lernen sei nicht auf Knopfdruck umzusetzen, sondern brauche Zeit. Auch für die Lehrer sei dies ein Paradigmenwechsel. Die berufliche Qualifizierung der Schüler – der Übergang von Schule in die Ausbildung – spiele zudem eine große Rolle. An die Sorge von Sabine Rigas-Gülde anknüpfend, schlug Tanja Tschöke vor, den Beschlussvorschlag der Verwaltung in der Richtung abzuändern, dass kurzfristig weitere Gespräche mit den Nachbarkommunen aus dem südlichen Märkischen Kreis über eine mögliche Kooperation der Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen zu führen, um weiterhin in Lüdenscheid ein Förderschulangebot vorhalten zu können. Hier hatte es zunächst geheißen, es solle ein wohnortnahes Förderschulangebot vorgehalten werden.

Fachbereichsleiter Hermann Scharwächter hatte zuvor betont, es liefen Gespräche mit den Nachbarkommunen Schalksmühle, Halver, Meinerzhagen und Kierspe. „Natürlich gibt es da unterschiedliche Interessen. Aber Kooperationen werden selbstverständlich angestrebt.“

Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, so schnell wie möglich weitere Abstimmungen mit den Schulen und der Schulaufsichtsbehörde bezüglich der Optionen zur Auswahl von Schwerpunktschulen vorzunehmen und in der nächsten gemeinsamen Sitzung zu berichten. Außerdem soll „ein Raumraster unter Berücksichtigung räumlicher Aspekte zur Auswahl von Schwerpunktschulen für Schüler mit bereits festgestelltem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung erstellt werden. Sie muss sich am tatsächlichen Bedarf orientieren.“  

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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