Herausforderung für die Lebenshilfe

Die Wohnstätte, postalisch Wigginghauser Straße 143.

Lüdenscheid - Die Lebenshilfe Lüdenscheid steht vor einer großen Herausforderung. Die vorhandenen Räumlichkeiten des Gutshofs Wigginghausen entsprechen nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetzes. Für die Wohnstätte ist eine umfangreiche Modernisierung nötig.

Um den Fortbestand der Wohneinrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung zu sichern, will die Stadt eine Außenbereichssatzung erlassen, die die Modernisierung erst möglich macht. Thema wird das am Mittwoch, 17. Juni, in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt (17 Uhr, Ratssaal, öffentlich).

Erforderlich ist die Abstimmung mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Kostenträger, aber eben die Genehmigung der Umbauten, um die aktuellen Standards herzustellen. Dazu muss die Wohnstätte barrierefrei umgebaut werden. Die Einzelzimmer werden größer, Sanitäreinrichtungen, Elektroinstallation und Heizungsanlage haben eine Erneuerung nötig.

Das „Qualitätsmerkmal, ländlich wohnen zu dürfen“, wie Lebenshilfe-Geschäftsführer Stephan Thiel sagt, wirft baurechtlich allerdings ein Problem auf. Bau- und Modernisierungsmaßnahmen sind im Außenbereich nur genehmigungsfähig, wenn ihnen keine Regelungen des Baugesetzbuches (§ 35) entgegenstehen. Der Erlass einer Außenbereichssatzung könnte einige dieser Beschränkungen ausräumen. Auch der Märkische Kreis hat bereits eine Ausnahme von den Verboten des Landschaftsplans in Aussicht gestellt, verlangt aber einen landschaftspflegerischen Begleitplan und ein einfaches Artenschutzgutachten.

Auf dem früheren Gutshof Wigginghausen wohnen 25 Menschen mit geistiger Behinderung in eigenen Apartments. In gemeinsamen Wohnbereichen verbringen sie ihre Freizeit und bereiten Essen zu. Wigginghausen biete für sie Möglichkeit, selbstbestimmt auf dem Land zu leben. Die Auslastung der Einrichtung sei sehr gut, so Thiel im LN-Gespräch.

Bezogen wurde der Hof im Jahr 1984. Vorangegangen war eine Welle der Hilfsbereitschaft und Spenden aus der Lüdenscheider Bevölkerung. Die damalige „Aktion Wigginghausen“, 1981 initiiert durch den früheren Bürgermeister Jürgen Dietrich, hatte das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung in Lüdenscheid nachhaltig zum Positiven verändert.

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