Umbau der Einkaufsstraße in Lüdenscheid: Es wird kompliziert

+
„Altstadt bleibt Altstadt“ – das betonte Umgestalter Franz Reschke bei der abschließenden Vorstellung der Sanierungspläne im Jürgen-Dietrich-Forum. Will heißen: Gezielt verbessern, aber Charme und Charakter bewahren.

Lüdenscheid – Der Umbau der Lüdenscheider Innenstadt rückt näher. Klar ist, dass es kompliziert wird - für Händler, Kunden und Lieferanten wird. Wie die Bauarbeiten ablaufen sollen, wurde in der letzten großen Veranstaltung unter Regie des bisherigen Altstadtbüros erklärt.

Die Zeit der Diskussionen sei vorbei, jetzt würden nur noch Fakten präsentiert. Damit eröffnete Martin Vöcks die letzte große Veranstaltung unter Regie des bisherigen Altstadtbüros.

Das schließt bekanntlich Ende Oktober. Künftig werden die Aufgaben geteilt, was allerdings noch Detailplanung erfordert. Doch das Jahr 2020 vergehe ohnehin mit dem Warten auf Förderbescheide, erläuterte Martin Bärwolf (Fachbereichsleiter Planen und Bauen) – Zeit genug also, personelle Besetzung und Erwartungen abzustimmen. 

WKL ab 1. November mit im Boot

Fest steht, dass die WKL, der Verein Wirtschaftsförderung Kreisstadt Lüdenscheid, ab dem 1. November bereits bestimmte Aufgaben (Leerstandsmanagement, Händlerkontakte) übernimmt. Zahlreiche Händler, Gastronomen, Anwohner und Eigentümer waren im Jürgen-Dietrich-Forum erschienen und erfuhren zunächst von Landschaftsarchitekt Franz Reschke, dass man sich von Nord nach Süd aus der Altstadt herausarbeiten werde – wegen der besseren Erschließung und um fertige Bereiche nicht wieder zu gefährden. 

Fünf Bauabschnitte, neun Monate: Weil eine Vielzahl von Leitungen in der unteren Wilhelmstraße liegt, ist das Vorhaben kompliziert und langwierig.

Auch Vertreter der Verwaltung standen für Frage und Antwort zur Verfügung. Nicht alles, was der Architekt nun als gesetzt präsentierte, traf auf Zustimmung. Zum Beispiel die ersatzlose Streichung der drei Hochbeet-Bäume vor der VHS: Unter anderem ihr schlechter Zustand spreche gegen den Erhalt, betonte Reschke. 

Keine Glasfaserverlegung

Weitere Fragen kamen über das Stadium der Anmerkung folglich nicht mehr hinaus. Glasfaserverlegung sei nicht vorgesehen, mehr Spielangebote auch nicht, aber Fahrradbügel an mehreren Stellen. Dass der Schwerlastverkehr das neue Pflaster schädige, wollte man ausschließen: Mit bis zu 24 Tonnen Gesamtgewicht sei ausreichende Belastbarkeit gegeben, sagte der zuständige Fachdienstleiter Hans Jürgen Badziura. 

Vorstellung der Bauarbeiten

Wesentlicher Schwerpunkt für Anlieger war die Vorstellung der Bauarbeiten in der unteren Wilhelmstraße. Hierzu nannten Dirk Fiedler und Andreas Klocke im Auftrag des Stadtentwässerungsbetriebs Lüdenscheid Herscheid (SELH) und der „Enervie Vernetzt“ Details zu Bauabschnitten und Ausführung. Der Zeitplan sei eng mit der Stadt abgestimmt. Die habe 2022 angesetzt, also lägen die Kanalarbeiten davor: März bis Oktober 2021. 

Straße wird provisorisch hergestellt

Im Anschluss an die Kanalbaumaßnahme wird die Straße provisorisch mit Schotter und dünner Asphalt-Tragschicht wieder hergestellt. Dann erfolgt die Maßnahme Strom/Gas/Wasser. Hierfür wird das Provisorium entfernt und nach Maßnahmenende wieder hergestellt. Letzter Schritt: Neupflasterung im Rahmen der Innenstadtsanierung. Dass dazwischen viel Abstimmungsbedarf mit den Anliegern herrschen dürfte (ein Stichwort: Anlieferung), ist dem Team bewusst. Daher wolle man feste Sprechstunden in den Räumen des Altstadtbüros an der Luisenstraße anbieten: „Man wird ja auch betriebsblind.“

Der Zeitplan

  • Baumaßnahme untere Wilhelmstraße: gemeinsame Bauleitung von Enervie vernetzt und SELH 
  • Aufgabe: Erneuerung der Kanal-, Gas-, Wasser- und Stromleitungen inkl. Hausanschlüssen 
  • Geplante Bauzeit: März bis Oktober 2021 
  • Zahl der Bauabschnitte: 5 
  • Baufeld in den Bauabschnitten: max. 25m x 4,5m

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare