Große Übung in Lüdenscheid

Feuerwehr: Rettung aus brennender Kita

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Lüdenscheid - Brand in einem Kindergarten, fünf Personen, möglicherweise auch Kinder, sind noch in dem völlig verrauchten Gebäude vermisst - dieses Szenario bot sich der Lüdenscheider Feuerwehr.

Es war zum Glück nur eine Groß-Übung, zu der am Samstagvormittag die Löschzüge Stadtmitte, Brügge und Homert mit insgesamt rund 30 Kräften, die meisten davon vom Löschzug Stadtmitte, sowie Einheiten der DRK-Ortsverbände Lüdenscheid und Brügge mit fast zehn Leuten nach Gevelndorf ausgerückt waren.

Gelegenheit für diese realitätsnahe Übung bot der derzeit leer stehende ehemalige Kindergarten am Hüttenberg. Die Verantwortlichen der Pfarrei St. Medardus hatten das Gebäude, das wie berichtet nach einem Wasserschaden nicht mehr genutzt wird und dessen Sanierung sich als unwirtschaftlich herausgestellt hat, für diese Übung zur Verfügung gestellt.

Über die Zukunft des Gebäudes ist noch keine Entscheidung gefallen. Der Kontakt zwischen Feuerwehr und Pfarrei war durch Dominik Drawer zustande gekommen. Er ist sowohl Mitglied der Jugendfeuerwehr als auch Messdiener in der Gemeinde Maria Königin und mimte als Darsteller selbst einen der Verletzten.

Große Feuerwehr-Übung in Lüdenscheid

 Als Leiter der Übung hatte Bernd Heimer vom Löschzug Stadtmitte das Szenario entwickelt. Bevor Susanne Drawer den fiktiven Notruf absetzte, mussten die Notfalldarsteller für vier Verletzte geschminkt werden. Das Aufmalen von Brand- und Schnittwunden war das eine – das Verhalten passend zur jeweiligen Verletzung und die Panik angesichts des fiktiven Feuers und der Sorge um die Freunde das andere: Da war Schauspielkunst gefragt, um den Einsatzkräften eine echte Herausforderung zu bieten.

Das fünfte „Opfer“ war eine rund 80 Kilogramm schwere Puppe, die genau wie die vier Mitglieder des DRK irgendwo in dem durch Nebelmaschinen völlig verrauchten und verwinkelten Gebäude auf Rettung wartete. Mehrere Trupps unter Atemschutz erkundeten das Gebäude und bargen die Verletzten. Eine Person machte sich hinter einem verrauchten Fenster im Obergeschoss bemerkbar und wurde über die Drehleiter gerettet.

Die Feuerwehrleute übergaben die Verletzten an das DRK, wobei sie die Rettungskräfte bei den Schwerverletzten, die über die hinteren Eingänge gerettet wurden, weiterhin unterstützten. Auf einem Garagenvorplatz wurde eine Patientensammelstelle eingerichtet, wo die Verletzten weiter behandelt wurden. Parallel zur Menschenrettung begannen die Löscharbeiten: Schlauchleitungen wurden verlegt und an die Hydranten angeschlossen.

Zum Einsatz kamen B- und C- Rohre, die mit Wasser gefüllt wurden – dieses wurde aber nicht wirklich im Gebäude eingesetzt. Als das Signal kam, dass die Übung beendet war, wurden die Schläuche draußen geleert, bevor sie wieder eingerollt und den verschiedenen Einsatzfahrzeugen der drei Löschzüge zugeordnet wurden. Unterdessen richteten sich die anscheinend blutverschmierten und zum Teil nicht ansprechbaren Personen an der Patientensammelstelle wieder auf.

Übung in ehemaliger Kita

Der junge Mann, der mit der Drehleiter aus dem Gebäude gerettet worden war, zerschnitt die Verbände, die die Brandwunden an seinen Händen bedecken sollten. Übungen gehören für die freiwilligen Feuerwehrleute zur Tagesordnung, aber in realen Gebäuden zu trainieren, in diesem Fall auch noch einem Kindergarten mit all seinen Besonderheiten. „Das ist fantastisch – eine solche Gelegenheit gibt es nicht oft“, sagte René Konings vom Löschzug Stadtmitte, der die Einsatzleitung vor Ort übernommen hatte.

Der Einsatzort sei auch für ihn eine Überraschung gewesen. Eine Übung sei für den Samstag angesetzt gewesen, aber wo, das erfahren die beteiligten Einsatzkräfte erst mit der fiktiven Alarmierung. Alles läuft ab, wie bei einem richtigen Einsatz. Wer zuerst vor Ort ist, erkundet die Lage, läutet die ersten Maßnahmen ein. Als Konings eintraf, übernahm er als stellvertretender Löschzugführer die Einsatzleitung. Zwei Abschnittsleiter organisierten die Menschenrettung und Brandbekämpfung, die aufgrund der Hanglage des Gebäudes von zwei Seiten ebenerdig erfolgen konnten.

Nichtsdestotrotz wurde die Drehleiter aus Brügge benötigt, um die Person zu bergen, die an der Straßenseite im Obergeschoss festsaß. Wichtig ist, dass die Einsatzkräfte sowohl von Feuerwehr und DRK bei einer solchen Übung die Chance haben, spontan auf die Situation zu reagieren und alles, was sie können, abrufen zu müssen, damit sie im Ernstfall automatisch handeln.

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