Übernahme durch XXXL offiziell

Sonneborn-Mitarbeiter „zum Teil in Schockstarre“

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Sorgen bei Möbel Sonneborn.

Lüdenscheid - Aus den Lüdenscheider Nachrichten, aus unserem Internet-Portal come-on.de und spätestens bei den Betriebsversammlungen am Mittwoch an den einzelnen Standorten haben die Sonneborn-Beschäftigten von der Übernahme des Hauses durch XXXLutz erfahren.

Von Florian Hesse

„Die Verunsicherung ist riesengroß“, beschreibt ein Insider die Stimmung. „Die Leute sind völlig überrascht worden und befinden sich zum Teil in Schockstarre.“ In der Versammlung sei bereits ein neuer Geschäftsführer vorgestellt worden.

So haben wir berichtet:

- Sonneborn-Gruppe verkauft: XXXL-Gruppe übernimmt Möbelmärkte

Die Beschäftigten hätten die Zusicherung erhalten, dass in Sachen Arbeitsplätze alles beim Alten bleibe. Ausgenommen seien die Bereiche Einkauf und Werbung, die in Würzburg zentralisiert würden, hieß es nach LN-Informationen weiter.

Am eingeführten Firmennamen werde festgehalten, allerdings mit dem Zusatz des neuen Eigentümers, „XXXL-Sonneborn“ also. Geschäftsführer Thomas Hollweg werde sich neuen Aufgaben zuwenden.

Die Übernahme sei durch das Kartellamt noch zu genehmigen, heißt es in der Beantwortung einer LN-Anfrage in der XXXLutz-Pressestelle und weiter: „Bei der Übernahme der Möbelhäuser Sonneborn und Zimmermann durch die XXXL-Unternehmensgruppe wurde vereinbart, dass wir alle bestehenden Arbeitsverhältnisse mit den vertraglichen Rechten und Pflichten übernehmen.“

Einen Überblick über Tagesgeschäft der übernommenen Häuser verschaffen

Weitergehende Fragen seien zurzeit nicht zu beantworten, darunter beispielsweise nach der Fortführung von Sponsoring-Aktivitäten oder personellen Veränderungen. „Derzeit sind wir dabei, uns einen Überblick über das Tagesgeschäft der übernommenen Häuser zu verschaffen“, so Pressesprecher Julian Viering.

Zurückhaltend beurteilt Bürgermeister Dieter Dzewas die Übernahme. Es sei aus städtischer Sicht natürlich schade, dass ein mittelständisches Unternehmen als Ansprechpartner am Ort verschwinde und ein europaweit agierender Konzern an dessen Stelle trete, sagte Dzewas.

Steuerliche Auswirkungen noch nicht absehbar

Welche steuerlichen Auswirkungen sich für die Stadt ergäben, könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden, so Stadtkämmerer Dr. Karl Heinz Blasweiler. Mit der Übernahme trete aber nicht automatisch der Fall ein, dass Gewerbesteuer nur am Hauptsitz gezahlt werde.

Üblich sei eine Aufteilung des Aufkommens zwischen den beteiligten Städten und dem jeweiligen Ertrag vor Ort. In welchem Verhältnis das erfolge, müsse im Einzelfall ermittelt werden. Erziele die Gruppe insgesamt aber keinen Gewinn, fielen auch keine Steuern an.

Besorgt zeigt sich Monika Grote, für den Bereich Einzelhandel zuständige Sekretärin der Gewerkschaft verdi. Die Anzahl der organisierten Mitglieder sei „überschaubar“, Kontakte in das Unternehmen habe man nicht.

Sorgen mache sie sich aber bei Begriffen wie „Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit“ und „Optimierung von Abläufen“. „Die billigen Preise müssen ja irgendwoher kommen“, fürchtet sie Einschnitte und Einsparungen zu Lasten von Arbeitnehmern.

Verdi: Unterstützung für Mitglieder

Für verdi-Mitglieder sei man bei Fragen natürlich Ansprechpartner. „Hier kann jeder kommen und am selben Tag noch Mitglied werden“, bietet Monika Grote Unterstützung bei möglicherweise auftauchenden arbeitsrechtlichen Fragen an. Wer der Gewerkschaft nicht angehöre, sei allerdings auf seinen persönlichen Arbeitsrechtsschutz angewiesen.

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