Üben für den Ernstfall: Feuer im Aluminium-Werk

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Spektakuläres Training: Bei einer Feuerwehr-Übung auf dem Gelände der Firma Eduard Hueck waren gestern Vormittag rund 70 Wehrleute im Einsatz. ▪

LÜDENSCHEID – Rund 70 Wehrleute haben gestern an einer Übung auf dem Gelände der Firma Hueck teilgenommen.

Wer für den Ernstfall gerüstet sein will, muss realitätsnah trainieren. Genau das tat die Lüdenscheider Feuerwehr gestern Vormittag bei einer Übung auf dem Gelände der Firma Hueck. Dampfschwaden, Retter mit Atemschutzmasken und eine Armada von Einsatzfahrzeugen prägten dabei das Bild an der Neuenhofer Straße, die über weite Strecken des Tages für den Verkehr gesperrt blieb.

Der Hintergrund der spektakulären Übung: Seit kurzem ist bei dem Aluminium-Spezialisten Hueck eine neue Strangpressanlage in Betrieb. Sie dient – grob betrachtet – zum Bearbeiten heißer Aluminium-Teile. Es liegt dabei in der Natur der Sache, dass es bei solchen Produktionsprozessen immer mal wieder zur Flammenentwicklung oder zu Bränden kommen kann, wie Jörg Weber, Pressesprecher der Lüdenscheider Feuerwehr, weiß.

Eingedenk dieser Erkenntnis verfügt die Firma Hueck auch über eine so genannte CO2-Löschanlage, deren technische Abnahme jüngst durch einen Gutachter erfolgte. Die Löschanlage soll im Notfall ein ausgebrochenes Feuer an der Strangpressanlage ersticken.

Die Gefahr bei der Sache allerdings: Das CO2 ist zwar in der Lage, ein Feuer erfolgreich zu bekämpfen, wirkt ab einer entsprechenden Konzentration auf ungeschützte Menschen aber absolut tödlich. Höchste Vorsicht ist im Alarmfall also geboten.

Die Übungslage für die Feuerwehr sah nun so aus: In der Hueck-Strangpresse ist ein Feuer ausgebrochen. Die CO2-Löschanlage wird aktiviert. Im Zuge der Situation werden aber zwei Hueck-Mitarbeiter vermisst. Die alarmierte Feuerwehr muss diese Personen suchen und retten.

Der gestellten Aufgabe zeigte sich die Bergstädter Wehr gestern souverän gewachsen. Unter Atemschutz drangen die Rettungstrupps dabei zwecks Menschenrettung in das Betriebsgebäude ein. Demonstriert wurde auch der Gebrauch großer Lüftungsventilatoren.

Besonders wichtig bei dem Probe-Einsatz: die wiederholte Messung der CO2-Werte, um festzustellen, wo im Gebäude noch eine bedrohliche Konzentration des Stoffs vorherrscht. Per Funk übermittelten die Einsatzkräfte dabei die in den Werkshallen gemessenen Daten an ein spezielles Einsatzfahrzeug auf dem Hueck-Betriebshof, wo dann Feuerwehr-Experten das Info-Material analysierten. Insgesamt waren bei der Übung rund 70 Wehrleute – hauptsächlich aus den Löschzügen Mitte und Brügge – mit von der Partie.

Es liegt wohl auf der Hand, dass derlei Probe-Einsätze ebenso sinnvoll wie abhängig von einer guten Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr und dem jeweiligen Unternehmen sind. Das weiß auch Jörg Weber, der in diesem Kontext ausdrücklich das Verhältnis der Lüdenscheider Feuerwehr zur Firma Hueck lobt: „Das klappt wirklich ganz hervorragend.“

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