U3-Betreuung: Übergangslösungen nicht auszuschließen

Die evangelische Kita August-Hermann Francke wird zurzeit umgebaut, um mehr Platz für die U3-Betreuung zu schaffen.

LÜDENSCHEID ▪ Zurzeit liegt die Versorgungsquote für die Betreuung unter Dreijähriger bei 27,8 Prozent. „Das ist der Stand zum 1. August. Es kommen jedoch noch einige hinzu, die jetzt noch nicht fertig, aber in Arbeit sind“, weiß Jugendplaner Werner Giet.

„Es vergeht kein Tag, an dem die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mit den Planungen beschäftigt sind“, sagt Hermann Scharwächter, Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport. Klar sei, auch angesichts der Nachfrage im vergangenen Jahr, dass der Bedarf höher als geplant sei. „Wir peilen die von der Politik in den Raum gestellte Quote von 35 Prozent an, aber das heißt nicht, dass dies dann auch reicht.“ Jedenfalls haben ab dem 1. August 2013 alle Eltern einen Rechtsanspruch darauf, Kinder ab dem 1. Lebensjahr in einer Kindertagesstätte unterbringen zu können. Anderenfalls können die Eltern einen Platz einklagen. „In der Vergangenheit haben wir Klagen vermeiden können und wollen das natürlich auch jetzt. Mit den zeitnahen Planungen sind wir immer gut gefahren und setzen darauf, dass das auch jetzt klappt. Allerdings kann es bei einem sprunghaften Anstieg sein, dass Übergangslösungen geschaffen werden müssen“, betont Scharwächter. In der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 25. September sollen die Planungen und damit verbundene konkrete Umsetzungsmöglichkeiten erläutert werden. Es gebe viele Aspekte, die im Vorfeld geklärt werden müssten, sagt Ursula Speckenbach, Fachdienleisterin für Kindertagesstätten: „Lässt das Gebäude Umbauten und Erweiterungen zu. Passt das Gelände? Wie sieht es mit den finanziellen Möglichkeiten aus? Die Rahmenbedingungen müssen einfach passen.“

In der evangelischen Kindertagesstätte August-Hermann Francke an der Annabergstraße laufen derzeit die Umbauten. „Sechs Plätze für unter Dreijährige haben wir bereits, zehn weitere kommen nach dem Umbau hinzu“, sagt Leiterin Marliese Lüling.

Eines sei bei allen Bemühungen um die Ausweitung der U3-Plätze wichtig, betont Hermann Scharwächter. „Sie darf nicht zu Lasten der Qualität gehen. Sonst erweisen wir der frühkindlichen Bildung einen Bärendienst, und das will ja wohl keiner.“

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