U-3-Betreuung: Stadt kämpft gegen Warteliste

Die Kita „Astrid Lingren“ am Blücherweg soll für Kleinkinder ebenso ausgebaut werden wie der Kindergarten Lisztstraße.

LÜDENSCHEID ▪ 510 Anmeldungen für Kinder unter drei Jahren lagen der Stadt für das gerade beginnende Kindergartenjahr vor. Doch die Zahl der U-3-Plätze kann die enorme Nachfrage nicht befriedigen: Die Stadt musste zuletzt 182 Absagen an die Eltern verschicken.

Zum Vergleich: Im letzten Sommer lagen 462 Anmeldungen vor, und die Stadt musste 156 Mal Nein sagen. Noch vor fünf Jahren versandte das Jugendamt viel mehr Absagen als Zusagen – die geschaffte Trendwende ist angesichts steigender Absage-Zahlen nun allerdings ins Stocken geraten.

„Jedes Nein bedeutet für die betroffene Familie einen herben Einschnitt in die Lebensplanung“, weiß Jugendamtsleiter Hermann Scharwächter. Vor allem die Erwerbstätigkeit der jungen Mütter werde damit verhindert. Und die sei in Lüdenscheid im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größe besonders hoch.

Deshalb spielt der weitere Ausbau der U-3-Plätze im Rathaus auch in der gerade laufenden Planung für das Kindergartenjahr 2012/13 „die herausragende Rolle“, ergänzt Jugendhilfeplaner Werner Giet. Der Bericht dazu soll dem Jugendhilfeausschuss im November vorgelegt werden.

Klar ist laut Scharwächter schon jetzt, dass möglichst alle 40 Kindergärten in Lüdenscheid mit U-3-Plätzen auszustatten sind. 30 Einrichtungen haben sie bereits, und dort seien die Angebote noch auszubauen. An Schließungen wie bei den Schulen sei bei Kindergärten „nicht zu denken“.

Lüdenscheid erfülle die vom Land NRW für den 1. August 2013 vorgegebene Quote von Plätzen für 32 Prozent aller U-3-Kinder schon heute. Ab diesem Stichtag haben auch Zweijährige einen Rechtsanspruch auf ihren Platz im Kindergarten. Doch bis dahin will die Stadt längst bei 35 Prozent sein – der Marke, die der Bund gesetzt hat. Scharwächter: „Es hilft den Eltern ja nichts, wenn wir ihnen absagen müssen, aber dabei stolz auf unsere erfüllte Landesquote verweisen.“

440 Kita-Plätze für Kinder unter 3 will Lüdenscheid im Sommer 2013 vorhalten, heute sind es 286. Auch die Zahl der Tagespflegeplätze muss steigen, damit am Ende 651 Kleinkinder versorgt werden können. Dafür sind mit Landesgeldern auch zwei größere Kita-Anbauten geplant: Die Kita „Astrid Lingren“ am Blücherweg soll für Kleinkinder ebenso ausgebaut werden wie der Kindergarten Lisztstraße.

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