„U-18-Wahl“ in Lüdenscheid

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Nour-Eddine Aalioui, Julia Hampel und Ebru Cankaya (von links) von der Hauptschule Stadtpark geben ihre Stimme ab.

LÜDENSCHEID - Bunte Plakate, aufgeregtes Gemurmel in den Kabinen und reges Treiben an den Urnen – am Freitag herrschte an mehreren Schulen in Lüdenscheid Wahlstimmung. Eine Woche vor der echten Bundestagswahl waren die Meinungen der jungen Menschen unter 18 Jahren gefragt.

Bei der bundesweiten Aktion „U-18-Wahl“, die zum achten Mal stattfand, gaben in Lüdenscheid mehr als 800 Kinder und Jugendliche ihre Stimme ab, die das Wahlalter noch nicht erreicht haben.

In Lüdenscheid wurde die Wahlaktion vom Stadtjugendring in Kooperation mit dem Fachdienst Kinder- und Jugendförderung organisiert. „Im Märkischen Kreis sind wir die einzigen, die Wahllokale angemeldet haben. Wir sind dieses Jahr zum ersten Mal dabei“, erklärte Dietrich Vehse, Geschäftsführer des Stadtjugendrings, der sich über die Mitarbeit der Schulen freute. Ziel sei es, darauf aufmerksam zu machen, dass auch Jugendliche ernstzunehmen sind. „Daher sollte das Wahlalter bei der Bundestagswahl auch auf 16 heruntergesetzt werden“, sagte Vehse.

Mit Stimmzetteln, Plakaten und mobilen Urnen und Kabinen richteten die Helfer Wahllokale in den Schulen sein. Während das CVJM-Jugendmobil als fahrendes Wahllokal auf dem Schulhof des Bergstadt-Gymnasiums (BGL) und nach der Mittagszeit auf dem Sternplatz Station machte, wählten 360 Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufe der Adolf-Reichwein-Gesamtschule in der schuleigenen Mensa. Dort wurden die Schüler seit Schulbeginn auf die „U-18-Wahl“ eingestimmt. „Wir haben den Schülern im Fach Gesellschaftslehre zunächst erklärt, wie so eine Bundestagswahl überhaupt funktioniert und dass sie bei dieser Aktion nun die Chance haben, selbst zu wählen und damit ihre Einstellung klar zu machen“, erklärte Gabi Belka, Lehrerin der Adolf-Reichwein-Gesamtschule. In Gruppen beschäftigten sich die Jugendlichen im Anschluss mit den Wahlprogrammen der Parteien, bevor es an die Wahlurne ging.

Für die 15-jährige Schülerin Stefanie Arnold war alles Neuland: „Ich finde es aber gut, dass wir uns mit den Parteien beschäftigen, weil wir ja auch die zukünftigen Wähler sind. Und ich möchte, dass wir eine vernünftige Regierung haben.“

Am BGL brütete Laura Himmen über dem Stimmzettel. Die Zehnjährige kannte sich mit den Parteien aber schon gut aus. „Im Kinder-Spiegel wurden die Parteien und ihre Programme vorgestellt und erklärt, wofür sie stehen“, sagte die Schülerin, die sich momentan auch im Politik-Unterricht mit der Bundestagswahl beschäftigt. Sie findet es gut, dass bei der „U-18-Wahl“ auch Kinder ihre Meinung sagen dürfen. „Denn meine Meinung ist auch wichtig“, sagte Laura.

Neben dem BGL und der Gesamtschule nahmen auch das Zeppelin-Gymnasium, die Hauptschule Stadtpark und die Christliche Haupt- und Realschule an der „U-18-Wahl“ teil. Nach 18 Uhr wurden die Stimmen ausgezählt.

Unter www.u18.org kann das deutschlandweite Ergebnis der Wahl eingesehen werden. Der Stadtjugendring veröffentlicht das Lüdenscheider Ergebnis beim Jugendforum, das am Montag stattfindet.

Von Alisa Kannapin

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