„Turn Twice“ öffnet sein Training für den Nachwuchs

Die Anerkennung der anderen ist wichtig für den Tanzsport: „Turn Twice“ trainiert seit drei Jahren unter dem Dach des Kulturvereins „mach was“. Jetzt wollen die Breakdancer ihr Wissen an andere weitergeben.

Brügge - Sie trainieren bereits seit drei Jahren in den Räumen des Kulturvereins „mach was“ und neuerdings in Brügge: die Tänzer der Breakdance-Gruppe „Turn Twice“ um Oliver Mrkajic, Stefan Breitenbach und Vladimir Pezic. Bislang waren das geschlossene Trainingstreffen, die nicht zum Kursangebot des Kulturvereins gehörten. Und genau das soll sich jetzt ändern.

Kinder und Jugendliche ab neun Jahren, die sich für den Breakdance begeistern können und den festen Willen haben, in dieser kreativen Sportart etwas zu erreichen, sind eingeladen, bei den Trainingssessions der Gruppe „Turn Twice“ aktiv mitzumachen und Tipps von echten Szene-Profis zu bekommen.

„Turn Twice“ gibt es in dieser Zusammensetzung – zusätzlich dabei sind noch Paul Enns und Samir Saksak – bereits seit 2001, wobei ihre Mitglieder jedoch in der Regel bereits mit 14 oder 15 Jahren vom Breakdance-Fieber gepackt wurden. Was viele nicht wissen: Lüdenscheid war in den 90er-Jahren eine der fünf wichtigsten Hip-Hop-Städte in Deutschland mit vielen Aktivisten und verfügte in diesem Bereich über eine rege Underground-Kultur.

Die enorme Begeisterung für Breakdance, eine Kultur, die erstmals in den frühen 70er-Jahren als Straßentanz unter dem Begriff B-Boying aufkam, im Laufe der 80er-Jahre einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde und in den 90-ern eine neue Blütezeit erlebte, ist Anfang 2000 zumindest in der Region, ein wenig abgeflaut. „Turn Twice“ hat sich jedoch die Begeisterung für die kreative Sportart erhalten und inzwischen auch zahlreiche Top-Platzierungen bei namhaften Battles erkämpft.

 „Natürlich sind wir heute nicht mehr bei jedem wichtigen Battle in Deutschland vertreten, denn wir haben auch unsere Arbeit und teilweise auch Familie, die unsere Zeit in Anspruch nimmt“, erklärt Oliver Mrkajic, „heute ist der Sport für uns eine Methode, aus dem Alltagstrott herauszukommen.“ Darüber hinaus habe Breakdance für seine Freunde und ihn auch einen hohen kulturellen Wert, den es zu bewahren gelte. Insbesondere mit Blick auf die junge Klientel sind die Breakdance-Profis überzeugt, dass sie Begeisterung für diese Sportart wecken können.

Geben Tipps und Anregungen (von links): Vladimir Pezic, Samir Saksak und Oliver Mrkajic. - Fotos: Othlinghaus

„Grundsätzlich kann jeder zum Breakdancer werden“, fügt Vladimir Pezic hinzu. Wichtig sei vor allem der Wille, im Breakdance weiterzukommen und natürlich die Emotion, die es ermöglicht, die Musik zu fühlen und auf der Tanzfläche umzusetzen. „Wir werden zu Beginn einer jeden Session mit Aufwärmübungen anfangen“, so Mrkajic, „danach sollte jeder einfach loslegen, und wir sagen ihm, was er besser machen kann.“

Wer allerdings bei den spektakulären Aktionen der Breakdance-Profis einfach nur zuschauen möchte, der ist bei den Breakdance-Sessions nicht so gern gesehen. „Wir nehmen bei uns das Motto ,mach was’ wörtlich, denn es geht ja beim Breakdance auch darum, die eigenen Grenzen zu überschreiten, über sich hinauszuwachsen und dafür den Respekt und die Anerkennung der anderen zu erhalten“, meint Mrkajic. Wer ein erfolgreicher Breakdancer werden möchte, findet bei den Profis der Gruppe „Turn Twice“ im „mach was“ am Rafflenberg 3a auf jeden Fall Spezialisten und Ansprechpartner.

Die Breakdance-Gruppe trifft sich vor Ort an jedem Freitag ab 18 Uhr zum 90-minütigen Training. Teilnehmen kann jeder ab neun Jahren (bei besonderem Talent können auch jüngere Tänzer teilnehmen). Anmeldungen sind unter Tel. 0 23 51/98 39 83 möglich. - von Björn Othlinghaus

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