Ärger um Stromrechnungen

Turboschnecken kündigen Ciccolina-Pächterin

Das Schneckenhaus in der ehemaligen Maschinenfabrik Hesse und Jäger.

Lüdenscheid - Es stehen Aussagen gegen Aussagen, eine Einigung scheint derzeit nicht in Sicht: Der Verein Turboschnecken, vertreten durch die Vorstandsvorsitzenden, haben der Pächterin des Ciccolina im Schneckenhaus fristlos gekündigt – und zwar mit einer Räumungsfrist zum gestrigen Mittwoch. Hintergrund, so teilt Anwalt Holger Becher mit, sei die Tatsache, dass über Monate (Dezember 2014 bis August 2015) keine Stromrechnungen gezahlt worden seien.

Die Kündigung wurde bereits gerichtlich angegriffen und liegt dem Landgericht Hagen vor, wie Kai Hoß, Rechtsanwalt der Pächterin, auf Anfrage erklärte.

Doch der Reihe nach: Wie aus der Pressemitteilung des Vereins hervorgeht, habe die Pächterin vor dem Landgericht Hagen zuletzt am 11. September auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters, warum sie denn nun überhaupt nichts an ihre Verpächterin zahle, sie arbeite doch schließlich täglich mit dem Strom und erziele dadurch Umsätze, sich weiterhin kategorisch verweigerte, etwas an Stromkosten an die Verpächterin zu zahlen – da sie keine ordnungsgemäßen Stromkostenabrechnungen erhalten, ihren Stromzähler (...) nicht erläutert bekommen, keinen Zutritt habe und die ordnungsgemäße Installation bezweifeln müsse, da die Stromkosten so hoch seinen.

Wie Becher weiter schreibt, sei zur Erzielung eines günstigeren Strompreises von Anfang an ein Stromlieferungsvertrag zwischen den Stadtwerken/Enervie und den Turboschnecken abgeschlossen worden, so dass diese für die Stromverbräuche der Bistro-Räumlichkeiten in Vorleistung treten müsse, und erst im Anschluss daran monatlich die Erstattung dieser Stromkosten von der Pächterin verlangen könne – wie vereinbart und praktiziert. Diese Vereinbarung bestreite die Pächterin aber und behaupte, erst nach Abschluss eines ganzen Wirtschaftsjahres dürfe die Verpächterin die Stromkosten ihr gegenüber verlangen, heißt es weiter.

„Durch ihr Verhalten war es meiner Mandantschaft nicht mehr zuzumuten, noch länger an dem Pachtverhältnis festzuhalten, das ohnehin bis zum Ende des Jahres 2016 vertraglich befristet geschlossen wurde. Der Vorstand des Vereins sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, um weiteren Schaden vom Verein abzuwenden.“

„Der Kündigung haben wir widersprochen, da sie aus unsere Sicht rechtswidrig ist“, machte gestern Rechtsanwalt Kai Hoß deutlich. Wie er weiter erklärte, sei seiner Mandantin der Zutritt zu den Stromzählern verweigert worden – diese Tatsache läge ihm auch schriftlich vor. Letzlich habe der Richter im Rahmen des Schlichtungstermins einen Sachverständigen damit beauftragt, die Anlage zu überprüfen und zu klären, wie der Strom genau gemessen werde. „Diesen Termin muss man nun abwarten.“ Die Pächterin selbst erklärte gestern, das Ciccolina weiter zu öffnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare