August: Brigitte Klein

Brigitte Klein ist Lüdenscheiderin des Monats August

LÜDENSCHEID ▪ Weil der Firmenlauf ein Selbstläufer geworden ist, könnte Brigitte Klein im nächsten Jahr mal wieder an eine Premiere denken: „Bislang bin ich noch nicht mitgelaufen.“ Vielleicht klappt’s ja 2013, obwohl die erste Turbo-Schnecke dann wohl walken wird.

„Laufen kann ich nicht mehr“, sagt sie, die halb Lüdenscheid mobilisiert hat. Ein Leben ohne Sport kann sich die 61-Jährige gleichwohl nicht vorstellen. Mit ihrer Begeisterungsfähigkeit, ihrem Elan und ihrem Organisationstalent ist sie für uns die Lüdenscheiderin des Monats August.

Geboren in Coburg, Kindheit in Wanne-Eickel, lebt sie nun seit 50 Jahren in Lüdenscheid. Die Verwaltungsfachangestellte war 29 Jahre im Rathaus tätig, leitete zuletzt den Schreibdienst, ein Arbeitsplatz, der sich durch den Computer grundlegend wandelte. Zum Ausgleich fand sie mit 27 Jahren zum Sport, spielte als eine der ersten bei TuRa Eggenscheid Tennis, ging ins Fitnessstudio und bekennt heute freimütig: „Vorher bin ich nicht gerne gelaufen.“ Doch es bringt Kondition fürs Tennisspiel und eröffnet völlig neue Perspektiven.

Anfang der 90er Jahre gibt sie Anfängerkurse fürs Laufen bei der AOK, die Turbo-Schnecken werden erst Laufabteilung bei Rot-Weiß, dann ein eigener Verein. Als die Krankenkasse eine Teamassistentin für betriebliche Gesundheitsförderung sucht, greift sie zu. Mittlerweile ist sie Chefsekretärin.

Ihre Stärken sieht sie in der Gabe, gut motivieren zu können: „Wenn jemand sagt, das kann ich nicht, dann sage ich das Gegenteil: ‘Versuch’s mal!’“ Jeder reife an seinen Aufgaben, wichtig sei, dass es auch jemanden gebe, der einem etwas zutraue. „Das schaffst du schon!“, sagt sie daher gerne und ja, sie sei ein glücklicher Mensch. Über Schwächen – „die hab’ ich bestimmt“ – denkt sie nicht nach. Es gibt zu viel zu tun.

Die Freude am Wettbewerb, am Mitmachen, am Gewinnen zieht sich durch ihr Leben. Preisausschreiben waren früher ihr großes Hobby, das ihr schon mal ein Auto beschert hat, die eine oder andere Reise und Kleinkram. Als Jugendliche hat sie sehr gerne genäht, fast ihre gesamte Garderobe. Mit einem Lederkostüm errang sie den ersten Platz in einem Wettbewerb von „Burda-Moden“. Das Kostüm hat sie heute noch, „leider ist es aus der Mode“. Aber etwas, in das man so viel Zeit gesteckt hat, daran hängt man.

Manches braucht eben Zeit und Geduld. Anfangs wurde das Häufchen Turbo-Schnecken-Läufer bei seinen Trainingsstunden am Nattenberg eher belächelt. Mit dem ehrgeizigen Schneckenhaus-Projekt hat sich der zielstrebige 2000-Mitglieder-Verein, dessen Vorsitzende sie ist, längst eine andere Dimension erschlossen. „Der Name ist eine Marke geworden.“ Manche seien Turbos, manche Schnecken. Platz sei für alle.

Dass der Weg so weit führen könnte, hat sich Brigitte Klein nicht erträumt: „Aber es macht ja auch Spaß zu sehen, wie man daran gewachsen ist.“ Viele Großveranstaltungen in Lüdenscheid und Umgebung laufen unter Mitwirkung der Turbo-Schnecken. Die Mannschaft im Hintergrund, ihr sportbegeisterter Mann, die Welle der ehrenamtlichen Unterstützung – das alles trägt sie weiter.

Viel Zeit für anderes bleibt nicht. Die Natur rund um Othlinghausen genießt sie, wenn’s geht. Und sie reist gerne, am liebsten nach Italien oder Amerika. Mal einen Gang zurückschalten.

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