„Tupf“: Alles über Tagespflege

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In lockerer Runde ging’s um Tagespflege im Allgemeinen und um Fragen „abgebender Mütter“ im Besonderen.

Lüdenscheid - Die häufig gehörte Einschätzung „viel zu teuer“, die Angst vor der Konkurrenz durch eine „zweite Mutter“, wie ist das mit Wartelisten und Pendler-Müttern, und gibt’s Tipps für die Suche nach der Richtigen – es ging um Vorurteile und leise Bedenken an diesem Abend, aber auch um nüchterne Fakten und Grundsätzliches: „Wie funktioniert Kindertagespflege überhaupt?“ Eingeladen in die alte Kluser Schule hatte der Verein „Tupf“ (Tages- und Pflegeeltern).

Man wolle die vielen Fragezeichen ausräumen, mit denen der Verein häufig zu tun habe, sagte Fachberaterin Angèle Espermann-Jansen zum Hintergrund der erstmals angebotenen Veranstaltung. Gerade „abgebende Mütter“ seien häufig unsicher, deshalb gab es auch hierzu aus erster Hand Erfahrungsberichte für die Interessentinnen, die sich aktuell die Frage „Kita oder Tagespflege?“ stellen.

Dass die Tagespflege gesetzlich gleichgestellt ist mit der Betreuung in Kindertagesstätten, betonte Angèle Espermann-Jansen dabei: „Die Eltern haben Wunsch- und Wahlrecht.“ Entsprechend sei auch die Beitragsstruktur identisch und orientiere sich hier wie dort am Jahreseinkommen der Eltern und der Betreuungsdauer.

Die Standards für die Tagespflege seien in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, hieß es zudem. Qualifizierungen, Prüfungen, Zertifikate, letztlich noch eine erforderliche Pflegeerlaubnis vom Jugendamt – wer am Ende als „Tagespflegeperson“ tätig werden darf, hat eine umfangreiche Vorbereitung durchlaufen. Auch das gebe den „abgebenden Müttern“ letztlich das gute Gefühl, ihre Kinder in die richtigen Hände gegeben zu haben. Die Tagesmutter, die U 3-Kinder auf den Kindergartenalltag vorbereitet, die in Kleingruppen bis zu fünf Kindern eine familiäre Atmosphäre ermöglicht, die flexibel ist und manchmal auch das dritte, vierte und fünfte Kind einer Familie übernimmt, wenn es soweit ist – „ich kann das nur empfehlen“, betonte eine voll berufstätige, „abgebende Mutter“ von fünf Kindern. Klar sei aber auch: „Man muss sich ‘grün’ sein“, die Chemie müsse stimmen. Deshalb werde empfohlen, sich vor einer Entscheidung mehrere Tagesmütter anzusehen. Und in noch etwas waren sich die Anwesenden einig: Großeltern sollen Oma und Opa bleiben dürfen. Der Druck, die Enkel regelmäßig betreuen zu müssen, unterschiedliche Auffassung über Alltag und Erziehung, all das sei nicht unproblematisch wie die Erfahrung zeige. Oder, wie es eine Mutter aus eigener Erfahrung formulierte: „Ich habe eigentlich immer ein gutes Verhältnis zu meinen Schwiegereltern gehabt . . .“ - sum

Nähere Infos auch im Netz unter tupf-luedenscheid.de

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