Vorfall vom 18. Mai

„Tür zu, Jona weg“ – Mutter im Stern-Center von Baby getrennt

Lüdenscheid - Von diesem Schrecken hat sich Thalea Sieger (22) tagelang nicht erholt. Noch heute steigen ihr die Tränen in die Augen, wenn sich sich daran erinnert, wie sie am 18. Mai im Stern-Center von ihrem acht Monate alten Jona getrennt wurde. Wenn auch nur für wenige Minuten. „Ich hatte sofort helle Panik.“

Die junge Angestellte erzählt, wie sie mit dem Kinderwagen im Aufzug „von ganz unten eine Etage höher“ fahren wollte. Dort angekommen habe sie Jona aus der Liftkabine geschoben. „Und auf einmal schloss sich die Tür – Kinderwagen draußen, ich drin.“ Sie habe versucht, das Schließen der Tür aufzuhalten, „ich habe jetzt noch blaue Flecken an den Armen“, andere Kunden hätten wie wild Knöpfe gedrückt und den Notruf betätigt – „alles ohne Erfolg“. Die Tür ist zu, der Aufzug setzt sich wieder nach unten in Bewegung, die Tür geht auf, Jona ist weg.

Zum Glück für die geschockte Mutter rennt ein junger Mann aus dem Lift das Treppenhaus hoch und findet das Baby unversehrt in seinem Wagen. Eine Zeugin des Vorfalls begleitet Thalea Sieger zum Info-Point, um die Sache zu melden. Die Reaktion der Dame am Tresen fällt kühl aus: „Das ist nicht unser Problem, das ist ein Problem von Thyssen-Krupp“. Die Dame habe „genervt“ gewirkt, sagt Thalea.

In der Tat sind die Aufzüge im Stern-Center Thyssen-Krupp-Konstruktionen. Doch der Technische Leiter des Einkaufszentrums, Jörg Reinirkens, sagt: „Aus technischer Sicht kann das so nicht passiert sein.“ Denn die Anlagen würden geprüft und regelmäßig gewartet. „Die Türen sind bis zu einer Höhe von 1,80 Meter mit einer Lichtschranke ausgestattet und zusätzlich mit Drucksensoren, die ab einem Widerstand von 15 Kilogramm reagieren.“ Dass beide Systeme gleichzeitig ausfallen, sei „undenkbar, fast ausgeschlossen“.

Anders das Urteil über das Verhalten der Dame vom Info-Point. Reinirkens: „Das ist doof gelaufen.“ Man habe ein Gespräch mit der Beschäftigten geführt. Ein Meinungsaustausch mit Thalea Sieger soll die Wogen jetzt glätten.

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