Trunk und Stunk: Geldstrafe für Brüder

LÜDENSCHEID -  Trautes Heim, Glück allein? Nicht immer. Bei jener Familie jedenfalls, um die es jetzt bei einem Prozess am Amtsgericht ging, ist Harmonie nicht gerade das bestimmende Alltagsmerkmal. Stattdessen prägen Provokationen, offene Aggression und eine herzliche gegenseitige Abneigung das Verhältnis zwischen den Verwandten. Die häufige Trinkerei entspannt die Situation dabei nicht gerade. Mehrfach schon musste die Polizei zur Streitschlichtung anrücken – ohne nachhaltigen Erfolg.

Als Folge des Dauerzwists saßen nun zwei Brüder des Familienverbandes auf der Anklagebank. Der Vorwurf: gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung. Die 26 und 27 Jahre alten Männer hatten bei einem Gewaltausbruch im vorigen Jahr den Lebensgefährten der Familienoma sowie einen Onkel aus unklaren Gründen mit Fäusten bearbeitet. Die derart Traktierten gingen zu Boden und erlitten Schürfwunden. Abgespielt hat sich die Schlägerei auf dem Hofgrundstück der Familie. Alle Beteiligten sollen bei dem Vorfall alkoholisiert gewesen sein.

Vor Gericht räumten die Brüder die Gewaltanwendung auch ein. Sie wollen allerdings in Notwehr gehandelt haben. „Die haben angefangen. Wir haben uns von denen bedroht gefühlt.“ So rechtfertigte sich einer der Angeklagten.

Am Ende glaubte Richter Thomas Kabus aber den Opfern – und belegte die schlagkräftigen Brüder mit Geldstrafen. Einer der Männer muss nun 3000 Euro Strafe berappen, der andere gar 4800 Euro, zahlbar in 120 Tagessätzen.

Das Urteil fanden die Prügel-Brüder indes alles andere als gerecht. Sie wollen in die nächste Instanz gehen. - dt

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