Politischer Schul-Streit

Trotz Protesten: Mehrheit für Schöneck-Schließung

Der Protest gegen die Schließung der Grundschule Schöneck wurde auch auf Transparenten geäußert.

LÜDENSCHEID ▪ Nach einer fast vierstündigen Diskussion hat der Schulausschuss am Dienstagabend die Schließung des Grundschulstandortes Schöneck zum 31. Juli 2015 auf den Weg gebracht. Mit 10 Stimmen der SPD, FDP, Grüne und Linke folgte die Mehrheit des Gremiums dem Vorschlag der Verwaltung.

Die sechs Stimmen der CDU und des Vertreters der Lüdenscheider Liste reichten nicht. Sie hatten sich für den Erhalt Schönecks und die Schließung der Grundschule Brügge ausgesprochen und daher die große Mehrheit der rund 80 Besucher hinter sich.

Denn Sprecher und Anhänger des Initiativkreises „Wir sind Schöneck“ dominierten die öffentliche Fragestunde im Vorfeld der Abstimmung. Ihre Kritik entzündete sich vor allem an dem kurzen Zeitraum, in dem sie als Eltern mit der Schließung der Grundschule Schöneck konfrontiert worden waren. Aber auch die Schulwegsicherung spielte eine große Rolle. „Ist die Verkehrssicherheit unserer Kinder gewährleistet?“, fragten einige Eltern. Auch die Entwicklung der Schülerzahlen, die die Verwaltung vorgelegt hatte, zweifelten sie an. „Die Zeitschiene haben uns die Eltern mit ihren Anmeldungen für die Schulen aufgedrückt“, betonte Fachbereichsleiter Hermann Scharwächter. Erst Mitte November sei klar gewesen, dass sich 31 Eltern für Schöneck und 13 für Brügge entschieden hatten.

Die unterschiedlichen jährlichen Kosten, die die Verwaltung für die Schulstandorte errechnet hatten, stießen bei den Kritikern ebenfalls auf Verwunderung. So schlagen die zu erwartenden Schülerbeförderungskosten zum Standort Schöneck mit rund 21 000 Euro zu Buche, nach Brügge aber mit ca. 41 500 Euro. Einer der größten Knackpunkte war die Befürchtung, dass auch der Standort Brügge nicht dauerhaft gesichert sei, weil er zu weit abgelegen im Einzugsbezirk sei und dann das gesamte Stadtviertel ohne Schule da stehe. Dies war ein wesentliches Argument der CDU.

Die Ampel aus SPD, FDP und Grüne plädierte allerdings für den Standort Brügge, da dort das räumliche Angebot größer sei und sich auch das Schöneck-Kollegium für den Standort Brügge ausgesprochen hatte. Auch die schulfachlichen Ausführungen von Schulrätin Christa Sacher favorisierten aus pädagogischer Sicht die Zusammenlegung der Schulen in Brügge.

Lesen Sie dazu auch:

"Wir sind Schöneck"

Dudas kritisiert "dilettantische" CDU-Politik

Schuldebatte: Standort Schöneck steht vor dem Aus

Initiative "Wir sind Schöneck" befürchtet ein Desaster

Verwaltung schlägt Schöneck-Schließung vor

Schöneck-Eltern machen mobil

Grundschulen Schöneck: "Kämpfen um beide Standorte"

Sowohl Gordan Dudas (SPD) als auch Jens Holzrichter (FDP) und Tanja Tschöke (Grüne) appellierten an die Eltern beider Schulen, fair miteinander umzugehen und sich – egal wie die Entscheidung ausfalle – gemeinsam und zuversichtlich die Zukunft anzugehen. Das letzte Wort hat nun der Rat, der am 4. März tagt. Oliver Fröhling (CDU) wollte die Entscheidung bis dahin vertagen, fand aber dafür keine Mehrheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare