Skurrile Szenen

Trotz Polizeikontrolle: Reihenweise Verstöße gegen Linksabbiege-Verbot 

Stau in Lüdenscheid
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Auch drei Wochen nach Beginn der Sperrung des Höhenwegs zwischen Lüdenscheid und Werdohl zeichnet sich auf dem beliebten Schleichweg entlang der L694 keine Lösung ab.

Auch drei Wochen nach Beginn der Sperrung des Höhenwegs zwischen Lüdenscheid und Werdohl zeichnet sich auf dem beliebten Schleichweg entlang der L694 keine Lösung ab.

Im Berufsverkehr am Morgen und am Nachmittag staut sich weiterhin der Verkehr vor der Kreuzung mit der Bundesstraße 229 in Wettringhof. Das eilig eingeführte Linksabbiege-Verbot in Richtung Werdohl wird ignoriert – sogar vor den Augen der Polizeibeamten.

Polizeisprecher Marcel Dilling berichtete von skurrilen Szenen bei einer Kontrolle der Polizei am Dienstagmorgen zwischen 10 und 12 Uhr – außerhalb des Berufsverkehrs. Dabei positionierten sich die Verkehrsüberwacher nicht versteckt, sondern beobachten gut sichtbar von einer direkt angrenzenden Bushaltestelle das Treiben an der Kreuzung – und Verkehrsverstöße fast im Minutentakt. In zwei Stunden stellte die Polizei 33 Linksabbieger fest, die ihr Fahrzeug verbotenerweise in Richtung Werdohl lenkten.

Offenbar war vielen Verkehrsteilnehmern die Bedeutung des aufgestellten Verkehrszeichens „Vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts“ – ein blaues Schild mit weißem Rechtspfeil – überhaupt nicht präsent. Das ist kein Einzelfall. Bei einer gezielten (und versteckten) Kontrolle im Berufsverkehr in der vergangenen Woche erwischten die Polizeibeamten innerhalb einer Stunde 33 Linksabbieger. Wie viele Knöllchen seit Beginn der Maßnahme am 31. August schon verteilt wurden, konnte Polizeisprecher Marcel Dilling nicht sagen. Häufig werde das Verwarngeld per Bank- oder Kreditkarte direkt vor Ort bezahlt. In der Abfrage könne dann aber keine Zuordnung mehr zum Ort der Kontrolle vorgenommen werden.

Dilling legt Wert auf die Feststellung, dass die Polizei das Aufstellen des Verkehrszeichens nicht angeordnet hat. Die verkehrsrechtliche Anordnung nahm formal Straßen.NRW als Straßenbaulastträger nach Rücksprache mit der Polizei vor. Die Polizei sei für die Kontrollen zuständig, könne aber nicht immer überall sein.

Der Polizeisprecher äußerte Verständnis für den Unmut bei Anwohnern und Pendlern. „Die Situation ist und bleibt unbefriedigend“, betont Marcel Dilling. Er wies zudem darauf hin, dass es eine ausgeschilderte Umleitungsstrecke Richtung Werdohl abseits der L694 gebe,. Sie führt über die Brunscheider Straße und die Werdohler Straße zur Werdohler Landstraße und sei nur wenige Kilometer länger. Selbst wenn die Autofahrer auch dort im Stau stehen, würden sie dort zumindest nicht verbotswidrig links abbiegen.

Am Mittwoch wurde die Verkehrssituation im Versetal durch die Vollsperrung der B 229 zwischen Lüdenscheid und Werdohl noch chaotischer.

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