Trotz Kita-Platz Wechsel ins Betreuungsgeld möglich

Auch wenn die Anmeldungen für die U3-Plätze in den Kitas schon vorliegen: Ein Wechsel ins neue Betreuungsgeld bleibt für alle Lüdenscheider Eltern möglich.

LÜDENSCHEID ▪ Das neue Betreuungsgeld für Eltern, die ihre ein- und zweijährigen Kinder zuhause behalten wollen, statt sie in den Kindergarten zu geben, bleibt ein Unsicherheitsfaktor für die Stadtverwaltung.

Dabei steht die Lüdenscheider Kindergarten-Planung für 2013 wegen der unklaren Nachfrage und des Rechts auf einen U3-Platz, das wie das Betreuungsgeld ab August gilt, ohnehin unter Druck: „Was im Sommer gebraucht wird, ist zurzeit weder bei U3-Plätzen noch beim Betreuungsgeld genau zu sagen“, erklärte Fachbereichsleiter Hermann Scharwächter. Er glaube allerdings nicht, dass das Betreuungsgeld die Nachfrage nach Krippenplätzen spürbar abschwächen wird.

Der Grund: Die Bedarfe an Betreuung für Kinder ab 2 Jahre gingen meist auf den Wunsch junger Mütter nach Berufstätigkeit zurück. „Dieses Verlangen wird bei 100 Euro Betreuungsgeld pro Kind und Monat kaum nachlassen.“ Denn da gebe es meist doch mehr Geld zu verdienen, auch mehr als die 150 Euro, die ab 2014 je Kind und Monat bezahlt werden.

Spannend werde das Betreuungsgeld wohl erst, wenn ein wirtschaftlicher Abschwung die Nachfrage nach Arbeitskräften sinken ließe, meint Scharwächter. Aktuell sei eher zu befürchten, dass sich ausgerechnet Familien für das Geld entscheiden, deren Kinder die sprachliche und sonstige Förderung einer Kita besonders dringend bräuchten.

Wie hoch der Anteil der Betreuungsgeld-Anträge sein wird, habe im Vorfeld auch der Stadtelternrat nicht abschätzen können, berichtet Scharwächter. Und: Als in Lüdenscheid Mitte November 2012 die Anmeldefrist für das Kita-Jahr 13/14 auslief, war die neue staatliche Geldleistung gesetzlich noch gar nicht unter Dach und Fach. So könnte es sein, dass viele Eltern die Alternative zu Kita oder Tagespflege auch noch nicht berücksichtigten.

Der Anspruch auf Betreuungsgeld ist mit der Anmeldung zur Kita denn auch noch längst nicht verspielt, betonte Scharwächter: „Bis Eltern mit uns oder einem freien Träger der Kita einen verbindlichen Betreuungsvertrag schließen, ist alles offen.“ Auch danach könne es – bei Wahrung annehmbarer Fristen – noch Wechsel aus geschlossenen Verträgen heraus geben. „Wir wollen ja keinen knebeln.“

Die Stadt betreibt nur neun der 40 Kindertagesstätten in Lüdenscheid selbst. Doch sie muss ab August für die Erfüllung des Rechtsanspruches auf einen U3-Platz geradestehen. Für sie wäre hier jeder Antrag auf Betreuungsgeld auch eine Entlastung, zumal trotz intensiven Planens und Bauens ein großer Mangel an Plätzen zu erwarten ist.

Aussagefähige Zahlen zu den Anmeldungen sollen aber erst im März vorlegen, da es im November bei U3 wie Ü3 erneut viele Mehrfachnennungen gab, erläuterte Scharwächter.

Ab Montag gehen jetzt zunächst einmal Zu- und Absagen der Träger an die Eltern heraus.

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