Trotz Ehrenamts-Protests will Dzewas Sparkurs halten

Will trotz der Proteste den Sparkurs halten: Bürgermeister Dieter Dzewas.

LÜDENSCHEID - Mindestens drei ehrenamtlich engagierte Lüdenscheider, die dafür am Dienstag letzter Woche von Bürgermeister Dieter Dzewas im Rathaus mit Dankes-Urkunden ausgezeichnet wurden, wollen es Franz Vandrey nach LN-Informationen gleichtun und ihre Urkunden zurückschicken. Auslöser ist wie berichtet die weiterhin vorgesehene Streichung des städtischen 1000-Euro-Zuschusses für den Club Behinderter und ihrer Freunde (CeBeeF), der das Geld schon in diesem Jahr nicht mehr erhielt und 2011 ebenfalls nicht mehr bekommen soll.

Dieter Dzewas erklärte dazu gestern auf LN-Anfrage: „Wir sind als Stadt hoch verschuldet, und ich stehe generell dazu, die Vorgaben einzuhalten, die uns gemacht werden. Im Nothaushalt können wir an keiner Stelle das alte Niveau halten. Da müssen wir jetzt durch.“ Zugleich stehe er Betroffenen aber als Ansprechpartner zur Verfügung, um dabei mitzuhelfen, besondere Härten abzumildern.

In dem Brief an den Bürgermeister, den Vandrey der Urkunde beigelegt hat, heißt es: „Wenn wohlklingende Worte nicht mit den Taten harmonisieren, dann ist der Text auf der Urkunde nicht das Papier wert, auf dem er steht.“ Und weiter: Wer ausgerechnet am ehrenamtlichen Engagement als tragender Säule des Gemeinwesens den Rotstift ansetzt, dem fehle das notwendige Fingerspitzengefühl. Der CeBeeF sei „ein wichtiger Teil dieser Säulenkonstruktion“, die angesichts der Streichungen ins Wanken gerate.

Zu Ehrung und Streichung schreibt Vandrey an Dzewas: „Sie werden verstehen, dass ich diese gegensätzlichen Fakten nicht nachvollziehen kann. Unter diesen Umständen möchte ich diese Urkunde nicht.“ Dzewas erklärte, er werde diesen Brief „auf jeden Fall beantworten“.

Für sein Vorgehen erhielt Franz Vandrey nach Erscheinen des LN-Berichts am Donnerstag große Zustimmung, wie er berichtete. Auch auf der Internetseite //www.come-on.de gab es durchweg positive Leserkommentare. Für Vandrey eine Bestätigung, den Nerv getroffen zu haben.

Wie die Politik reagiert, wird sich schon in Kürze zeigen; Am Montag ab 17 Uhr berät der Hauptausschuss im Ratssaal den Haushaltsentwurf 2011 – und damit auch die darin geplanten Kürzungen.

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