Unzertrennliche bleiben zusammen

Amt drohte, Hund eines Rentners (74) ins Tierheim zu stecken

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Jürgen Wirth zeigt ein Foto von seiner Aska. Für einen Besuch in der LN-Redaktion ist der schottische Hütehund zu alt.

Lüdenscheid - Der alte Herr (74) und die alte Dame (14) sind unzertrennlich. Aber die Wege, die Jürgen Wirth und seine schottische Hütehündin Aska Tag für Tag miteinander gehen, werden immer kürzer. Aska ist altersschwach, blind und fast taub. „Zu Hause fühlt sie sich aber wohl und bewegt sich sicher“, sagt Jürgen Wirth. Das Rechts- und Ordnungsamt drohte die Idylle jetzt zu zerstören. Aska, so die Androhung, sollte ins Tierheim.

Rechtlich gesehen bewegte sich die städtische Beamte, mit der der Lüdenscheider zu tun hatte, wohl auf sicherem Terrain. Denn Jürgen Wirth ist formell gar nicht Eigentümer des Hundes, sondern seine Frau. Doch die ist vor fünf Jahren gestorben. Askas Herrchen berichtet: „Und jetzt sind sie im Rathaus dahintergekommen, dass ich nicht berechtigt bin, einen Hund zu halten.“

Zwar hat der Rentner auch nach dem Tod seiner geliebten Frau treu weiter die Hundesteuer entrichtet, und die Stadt schickte ihm auch regelmäßig die neue Marke zu. Zwar hat er, als Aska noch ein Welpe war, die Hundeschule mit ihr besucht. „Und ich bin ihr ganzes Leben mit ihr gegangen, ohne dass jemals irgendwas negatives passiert ist.“

Doch die Dame im Rathaus habe ihm gesagt, er müsse den Hund innerhalb von 14 Tagen neu anmelden und einen Sachkunde-Nachweis erbringen – also einen sogenannten Hundeführerschein. Ansonsten werde ihm das Tier abgenommen und komme ins Tierheim. Im LN-Gespräch sagt Jürgen Wirth: „Ich finde das so bekloppt! Außerdem war die Dame arrogant und unfreundlich zu mir.“

Nach LN-Recherchen teilt Stadt-Pressesprecher Wolfgang Löhn mit, man habe „menschlich größtes Verständnis“ für die Lage des Bürgers – und man lenke ein. „Wenn ein Tierarzt die noch geringe Lebenserwartung des Hundes attestiert, dann können wir das so tolerieren.“

Lesen Sie einen Kommentar von Olaf Moos

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