Talsperren des Ruhrverbandes unverzichtbarer Rohwasserlieferant

Trinkwasser aus Talsperre im MK: 12,9 Millionen Kubikmeter fehlen

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Lüdenscheid - Immer wieder kommen Anfragen über die Sicherheit der Trinkwasserversorgung in Lüdenscheid“, sagt Harald Metzger, Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtwerke Lüdenscheid. Deshalb habe sich der Verwaltungsrat im Hauptwasserwerk Treckinghausen über Auswirkungen des Klimawandels auf die Trinkwasserversorgung der Stadt informiert.

Das Wasserwerk bezieht das Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung für Lüdenscheid, Herscheid, Schalksmühle und Werdohl aus der Versetalsperre des Ruhrverbandes. Im Mittel werden den Kunden rund 7,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser jährlich aufbereitet und zur Verfügung gestellt.

„Da es in unserer Region keine nennenswerten Grundwasservorräte für eine zentrale Versorgung gibt, sind die Talsperren des Ruhrverbandes unverzichtbarer Rohwasserlieferant. Darüber hinaus überbrücken sie als Vorratsspeicher längere Trockenperioden“, sagte Roland Rüther, Leiter der Wassergewinnung bei den Stadtwerken.

Der Verwaltungsrat der Stadtwerke informierte sich in Treckinghausen über Auswirkungen des Klimawandels auf die Trinkwasserversorgung.

Weiter führte er aus: „Der Klimawandel hat unsere Region erreicht und wird sich in Zukunft deutlicher auswirken. Daher kommt der Speicherung des Rohwassers eine noch größere Bedeutung zu. Die Versetalsperre mit einem Fassungsvermögen von 32,8 Millionen Kubikmetern Stauinhalt und einem durchschnittlichen jährlichen Zufluss von 21,9 Millionen Kubikmetern bietet den Kunden der Stadtwerke auch in Zukunft eine Versorgungsbasis. Darüber hinaus ist die Versetalsperre Teil des Gesamt-Talsperrensystems des Ruhrverbandes und hat darin weitere wasserwirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen.“

Die Wasserversorgung der Stadtwerke war im extrem trockenen Jahr 2018 sichergestellt. Auch 2019 und bei darüber hinaus anhaltender Dürre sei die Versorgung gesichert. Das bestätigt Markus Rüdel, Sprecher des Ruhrverbandes: „Wir sind weit von einem Versorgungsdefizit entfernt. Die heißen Temperaturen ohne viele Niederschläge wirken sich aber zweifellos auf die Talsperren aus. Aktuell sind wir rund 40 Prozent von dem Volumen bei Vollstau entfernt. Das entspricht rund 12,9 Millionen Kubikmetern Wasser.“

Ein Versorgungsplus für Lüdenscheid stelle die Anbindung an den Wasserbeschaffungsverband Lüdenscheid dar. Dieser sorge für eine Vernetzung mit der Region und verfüge über eine Anbindung an das Trinkwassernetz des Aggerverbandes. Damit sei die Versorgung für die Kunden der Stadtwerke zukunftsfähig aufgestellt.

Die Führung durch das Wasserwerk leitete Ralf Hedderich, der für die Verfahrenstechnik vor Ort verantwortlich ist. Die Gremienmitglieder der Stadtwerke nahmen neben dem laufenden Wasserwerksbetrieb auch die zuletzt getätigten Investitionen in Augenschein, unter anderem die Erneuerung der Leittechnik, ein Trinkwasserverteiler sowie die derzeit noch im Bau befindliche Rohwasserleitung zwischen Versedamm und Wasserwerk.

„Die Schäden, die Hitze und Trockenheit in den hiesigen Wäldern sowie auf Grün- und Freiflächen in einzelnen Stadtvierteln verursachen, sollen dringend aufgearbeitet werden und entsprechende Handlungsmöglichkeiten durch Bürger, Verwaltung und Politik entwickelt werden“ erklärte abschließend Harald Metzger.

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