Verunreinigungen, Vandalismus

Trinkgelage in Tiefgarage im MK: Messerstecherei bringt Fass zum Überlaufen

Tiefgarage
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Weil es während der Lockdowns immer wieder zu Trinkgelagen und Vandalismus-Vorfällen kam, bleibt die Tiefgarage im Kulturhaus zunächst geschlossen.

Zentral gelegen, gut erreichbar und überdacht: Die Tiefgarage des Lüdenscheider Kulturhauses ist für viele die erste Wahl bei der Suche nach einem Parkplatz. Derzeit sind die drei Etagen jedoch geschlossen, ist das Tor heruntergelassen, weist ein weißes Blatt auf die Schließung hin.

Lüdenscheid – „Die Tiefgarage Kulturhaus ist für die gesamte Zeit des Lockdowns geschlossen“, heißt es dort unter anderem. Zum Leidwesen vieler Parkplatzsucher. „Gerade ältere Menschen nutzten die Tiefgarage für Besuche in der Stadt oder beim Arzt, weil sie einfach so gut gelegen ist“, weiß eine Leserin. Eine ortsnahe Alternative sei oftmals schwer zu finden.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Doch die Schließung hat einen Hintergrund, wie Stadtsprecher Sven Prillwitz auf Anfrage mitteilt: „Das Parkhaus wurde im vergangenen Jahr immer wieder als Treffpunkt für Trinkgelage genutzt.“ Bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr hätten sich dort die Fälle von Vandalismus und Verunreinigungen gehäuft – woraufhin das Parkhaus für einige Wochen gesperrt worden sei. „In dieser Zeit wurde nahezu die komplette Beleuchtung inklusive der Sicherheitsbeleuchtung erneuert.“

Trinkgelage in Tiefgarage im MK: Mieter wandten sich besorgt an Stadtmarketing

Doch ab dem Herbst sei die Tiefgarage erneut zum „Party-Treff“ geworden – Beschädigungen und Verunreinigungen inklusive. Trauriger Höhepunkt: Anfang Dezember kam es in dem Parkhaus zu einer Messerstecherei, bei der mehrere junge Menschen Schnittverletzungen erlitten und ein 16-Jähriger schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Nicht erst zu diesem Zeitpunkt hätten sich auch Mieter von Stellplätzen in der Tiefgarage besorgt an das Lüdenscheider Stadtmarketing gewandt, da sie teilweise um ihre Sicherheit fürchteten. „Vor diesem Hintergrund beschloss die LSM in Absprache mit dem Fachdienst Bauservice im Dezember, das Parkhaus ab dem 24. Dezember zu schließen. Seitdem sind Beschädigungen und Treffen ausgeblieben – und zwar sowohl in der Tiefgarage als auch im Umfeld des Kulturhauses“, heißt es vom Stadtsprecher weiter.

Galt die Sperrung zunächst bis zum 5. Januar, soll sie nun so lange aufrechterhalten bleiben, bis der bundesweite Corona-Lockdown endet. Damit müssen Besucher der Stadt also zunächst weiterhin auf andere Parkflächen ausweichen – ebenso wie die 54 Mieter eines Stellplatzes in der Kulturhaus-Tiefgarage. Allerdings können diese mit ihrem Parkausweis kostenfrei auf städtischen Parkplätzen mit Parkschein-Pflicht parken, unter anderem auf der Parkpalette Turmstraße.

Dies gelte auch, wenn Veranstaltungen im Kulturhaus stattfinden. Beschwerden von Dauerparkern hinsichtlich der Sperrung hätte es bislang übrigens nicht gegeben, lediglich Nachfragen zu den Hintergründen. „Für die Maßnahme gibt es Verständnis.“

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