Der Trick mit dem Knick: Neue Drehleiter vor Einsatz

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Auch das spart viel Zeit: Oberbrandmeister Harald Rau demonstriert den Soforteinstieg vor der neuen Drehleiter der Hauptwache, die 580 000 Euro kostete.

LÜDENSCHEID ▪ Die neue Drehleiter der Feuerwehr Lüdenscheid ist näher dran, wenn’s drauf ankommt. Näher am Fenster, näher am Menschen in Not. Dafür sorgt das Gelenk in ihrer Leiter. Der Trick mit dem Knick ist aber nur eine Idee von vielen, die Einsätze schneller und effektiver machen sollen.

Noch werden alle Lüdenscheider Wehrleute am neuen Rettungsgerät geschult, das kurz vor Weihnachten eintraf. In wenigen Tagen steht es bereit für den ersten Einsatz, ausgestattet mit allen serienmäßigen Finessen – und einigen Lüdenscheider Extras.

Da ist der Sofort-Einstieg, bei dem die Drehleiter ihren Korb auf Knopfdruck vor dem Führerhaus bis auf den Boden absenkt – „das ist schnell und besonders gut bei Einsätzen in engen Gassen“, sagt Klemens Dopatka, Technischer Leiter der Feuerwehr.

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Neue Drehleiter vor Einsatz

Da ist das Atemschutzgerät für den Beifahrer, der sich damit schon während der Anfahrt komplett für den Erstangriff ausrüsten kann. „Für uns besonders wichtig, denn wir fahren mit weniger Leuten im Ersteinsatz als Berufsfeuerwehren großer Städte“, erklärt Hauptbrandmeister Thomas Felske, der mit Holger Gerthofer für die Ausstattung verantwortlich ist.

Auch den Lichtmasten und andere Hilfsmittel kann der Maschinist per Knopfdruck ausfahren: So muss keiner erst aufs Dach klettern oder ums Fahrzeug herum laufen. Technik gleicht hier die personellen Defizite einer kleineren Feuerwehr aus – man könnte auch sagen: Not macht erfinderisch.

„Deshalb ist es so wichtig, dass unsere Leute aus der Praxis, aus den Wachabteilungen bei der Ausstattung der Fahrzeuge das Sagen haben. So kommen die besten Ideen zum Tragen“, sagt Dopatka.

Ein Beispiel dafür, dass es nicht immer Hightech sein muss, die für lebenswichtige Zeitersparnisse sorgen kann, ist der „Buzzer“ im Führerhaus. In TV-Shows gedrückt, wenn jemand eine Antwort weiß, besorgt der rote Knopf hier die gesamte Eigensicherung des Fahrzeugs nach dem Eintreffen am Einsatzort – ob Beleuchtung, Warnblinker oder Hecksicherung. Dank des „Pilztasters“ muss nichts mehr zeitraubend einzeln angeschaltet werden. „Den wollten wir partout haben“, berichtet Felske schmunzelnd vom Erstaunen einiger Techniker beim Hersteller. Als weitere Besonderheit sorgen flache, übergehbare Bodenstützen für weiteren Zeitgewinn durch kürzere Wege.

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