Spielzeug für Flüchtlingskinder

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Als wahre Glücksbringer betätigten sich gestern Frank Grewe und Stefanie Schneider, als sie einen Bulli voller Spielzeug aus dem (T)Raumland in die Flüchtlingsunterkunft am Nattenberg brachten.

LÜDENSCHEID Große Augen in kleinen Gesichtern gab es am Freitagnachmittag in der Flüchtlingsunterkunft am Nattenberg: In einer einmaligen Aktion brachten Stefanie Schneider und Frank Grewe vom (T)Raumland den vielen Flüchtlingskindern dort einen ganzen Bulli voller Spielzeug vorbei. Die liebevoll verpackten Geschenke wurden mit vielen leisen Dankeschöns in Empfang genommen.

Die Idee zur Weihnachtszeit war in dem Second-Hand- Kaufhaus an der Bräuckenstraße aufgekommen, nachdem im täglichen Betrieb der große Bedarf an Spielzeug für die Kinder am Nattenberg aufgefallen war, berichteten Schneider und Grewe. Und weil das (T)Raumland, eine Einrichtung des evangelischen Perthes-Werkes, neben Möbeln und Elektroartikeln auch Kinderkleidung und Spielzeug im Sortiment hat, „lag es für uns nahe, diese Sonderaktion zu starten“.

Zuvor hatten Ehrenamtliche aus dem (T)Raumland den Familien einen Besuch abgestattet und gefragt, wie viele Kinder welchen Alters jeweils in den Wohnungen leben. Dann durften die Kinder Wünsche äußern, die alle sehr bescheiden ausfielen: hier eine Puppe, da ein Puzzle, dort ein Spielzeugauto oder eine warme Jacke. Steffi Schneider: „Wichtig war uns auch, dass jedes Kind ein bunt illustriertes Buch erhalten sollte.“

Anhand der zusammengestellten Liste ging es zurück ins (T)Raumland – zum Auswählen. Wo das gewünschte Spielzeug gerade nicht vorrätig war oder vorhandenes Abnutzungsspuren aufwies, wurde etwas hinzugekauft. Hier half die Aktion Glücksbringer, die Initiative der Lüdenscheider Nachrichten.

Am Ende gab es angesichts des anrollenden Bullis lauter glückliche Gesichter, bei den Kindern wie auch bei ihren Eltern. Die Puppen und Teddys wurden gleich herzinniglich gedrückt. Bei der Übergabe im Hausflur war dann für jedes Kind noch ein bunter Karton mit einer kleinen Überraschung dabei.

Die Diplom-Sozialarbeiterin Stefanie Schneider, die das (T)Raumland zwei Jahre lang mit großem Engagement leitete, wird das Perthes-Werk nach insgesamt zehn Jahren demnächst verlassen, wie sie auf Anfrage bestätigte. „Es hat mir hier große Freude gemacht“, sagte sie. Doch ihr neuer Wirkungskreis liege nun im Rheinland, wo sie weiter im Bereich Integration tätig sein will.

Das 2010 eröffnete (T)Raumland ist längst zu einer wichtigen Anlaufstelle für sozial schwache Menschen geworden. Auch der Glücksbringer konnte hier manches dringend benötigte Kinderbett günstig erstehen. Doch gerade besser betuchte Privatkunden sind an der Bräuckenstraße gern gesehen. „Deren Kaufkraft brauchen wir, um anderen besser helfen zu können“, erklärt Arbeitsanleiter Frank Grewe. - Thomas Hagemann

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