Lüdenscheider Gerd Winkel besitzt ein Hotel auf der afrikanischen Insel Sansibar

Hotelier auf Sansibar: Ein Traum wird Wirklichkeit

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Direkt am Indischen Ozean liegt das „Spice Island Hotel & Resort“ des Lüdenschers Gerd Winkel.

LÜDENSCHEID - Als Gerd Winkel 2005 zum ersten Mal einen Fuß auf die Insel Sansibar setzte, war ihm klar: „Das ist es“. Das ist der Platz, an dem er leben und arbeiten möchte. Heute, rund neun Jahre später, verbringt der gebürtige Lüdenscheider etwa die Hälfte des Jahres auf dem Eiland im Indischen Ozean.

Gerd Winkel ist Mitglied der sansibarischen Regierung und besitzt ein Hotel, das knapp 70 Gästen Platz für einen Traumurlaub unter Palmen bietet. Alleine das Skifahren, das vermisst der 56-Jährige in seinem Paradies südlich des Äquators.

Viel gereist ist Gerd Winkel schon immer. Sein Abitur baut er am Gymnasium in Altena, für Rot-Weiß Lüdenscheid kickt er im Mittelfeld, und seinem Vater Max Winkel schaut er in der familieneigenen Kartonagenfabrik in der Corneliusstraße 8 bei der Arbeit über die Schulter. Mit 21 kehrt er Lüdenscheid den Rücken. Das Ziel ist Berlin, dort zieht es ihn an die Freie Universität. Ein paar Jahre verdient er sich sein Geld mit dem Fußballspielen, er jobbt als Fotograf, macht als Musikmanager sein Ding und geht der Liebe wegen schließlich für einige Jahre nach Italien.

Gerd Winkel fühlt sich pudelwohl auf Sansibar.

1990 gründet er in Berlin die „Global Finanz Consult GmbH“, ein Büro für Wirtschaftsberatung und Finanzdienstleistungen. Doch das alleine wird ihm zu langweilig – und so bricht er auf zu neuen Ufern. Das Ziel ist Afrika, „was bis dahin ein großer weißer Fleck auf meiner Landkarte war“. Im Osten des Kontinents will er den Anfang machen, denn „alleine das Wort ‘Sansibar’ hatte für mich etwas Magisches“, sagt Gerd Winkel. Und er soll nicht enttäuscht werden. „Offene, herzliche und freundliche Menschen, ein stabiles politisches System, keine Kriminalität und so viel Multi-Kulti, dass mehr nicht geht.“ Nach wenigen Tagen auf der Insel ist es um ihn geschehen.

Bei seinem dritten Besuch auf der Insel findet er ein dauerhaftes Domizil – und ungefähr zu dieser Zeit hilft der Zufall Gerd Winkel aus Lüdenscheid. Eine glückliche Fügung will es, dass ihm ein Werbeprospekt der sansibarischen Regierung in deutscher Sprache in die Hände fällt. Vor der Veröffentlichung. „Ein Blick hat genügt und es war klar, dass das so nicht erscheinen darf. Die Übersetzungen waren irrwitzig.“ Er organisiert einen Termin im Ministerium, erklärt das Problem – und hat erst den Auftrag für das Betexten der deutschen sowie der englischsprachigen Werbebroschüre für Sansibar in der Tasche, später dann eine eigene Abteilung im Ministerium für Tourismus unter sich.

Sansibar liegt vor der Ostküste Afrikas.

Wann immer es dieser Job zulässt, erkundet er die Insel: stets auf der Suche nach einem Grundstück für ein Hotel. „Das war von Anfang an mein Traum“, sagt Winkel. Einen offiziellen Immobilienmarkt gibt es jedoch nicht, und so dauert es ein Weilchen, bis Gerd Winkel am Ziel angelangt ist. An der Südostküste der Insel zwischen Paje und Jambiani wird er fündig. 36 000 Quadratmeter Buschland direkt am Indischen Ozean. Baustart ist im August 2007, Eröffnung wird im November 2010 gefeiert. Unzählige Gäste haben seither im „Spice Island Hotel & Resort“ die Seele baumeln lassen und sich gefühlt, als seien sie in ein Postkartenidyll geplumpst. Auch Winkel selbst verbringt seine Wochenenden im Hotel – Fußball-Bundesliga und Formel 1 inklusive.

Anfang März wird er sein geliebtes Eiland wieder verlassen. Als Direktor des Staatlichen Tourismusbüros und Repräsentant Sansibars rührt er dann auf der Internationalen-Tourismus-Börse (ITB) vom 5. bis 9. März in Berlin die Werbetrommel für die Insel. Dann wird er berichten von weißen Stränden, türkisem Meer, einer unberührten Natur und der pulsierenden Hauptstadt Stonetown. Und vielleicht stiehlt er sich auch mal davon und besucht die Stände der Alpenländer – um seinerseits ein wenig zu träumen von Bergen, Schnee und vom Skifahren. - Von Sandra Oelschläger

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