Hilfe in schweren Zeiten

Mit der Trauergruppe Insel soll Kindern geholfen werden

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Gall (Arche), Ilona Bürger (ausgebildete Trauerbegleiterin) und Christina Düllmann (Familienbildung, v.l.).

Lüdenscheid - Mit der Kindertrauergruppe „Insel“ starten „Die Arche“ und die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung Altena-Lüdenscheid am Dienstag, 5. April, im Martinushaus (3. Etage) an der Graf-von-Galen-Straße 6 ein neues Angebot, das Kinder sensibel und qualifiziert in ihrer Trauer begleitet.

Wie Ute Gall (Arche) und Christina Düllmann (Familienbildung) beim Pressegespräch erläuterten, ist das neue Angebot für Kinder von 7 bis 11 Jahren gedacht. Denn: „Scheidung der Eltern, Tod eines geliebten Haustiers oder – wenn es ganz schlimm kommt – eines nahe stehenden Menschen: Schon Kinder erleben Verlust, Tod, Trauer und Abschiedsschmerz. Oft sind die Bezugspersonen zu sehr mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt, um Kinder hilfreich durch den schmerzlichen Lebensabschnitt zu begleiten.“

Acht Treffen im Zeitraum vom 5. April bis 5. Juli, jeweils von 16.30 bis 18 Uhr, sind vorgesehen. Ilona Bürger, die in Olpe eine von der „Arche“ finanzierte Qualifizierung zur Kinder- und Jugendtrauerbegleiterin durchlaufen hat, und Marielle Lauermann-Gall (Sozialarbeiterin und Theaterpädagogin) leiten den Kurs. Auch Marielle Lauermann-Gall ist für die Trauerarbeit ausgebildet. Maximal acht Kinder können an der Kindertrauergruppe teilnehmen.

„Klein und intim“, so Ilona Bürger, soll die „Insel“ trauernden Kindern einen geschützten Raum bieten, ihre Trauer auf vielfältige Weise zu verarbeiten. Bewusst überkonfessionell ist das Gruppenangebot angelegt. Anliegen ist es, die Trauer in eine heilsame Richtung zu lenken, „um den Schmerz und die tiefe Sehnsucht nach dem Verstorbenen langsam in eine warme Erinnerung umzuwandeln“, wie es im Flyer heißt.

Ein freundliches, farbenfrohes Equipment, Bücher, Kuscheltiere, Spiel-, Bastel- und Malmaterialien hat die „Insel“ für ihre sensible Arbeit angeschafft. Geschichten, Zeit zum Reden und Aktionen sind geplant. „Keiner wird zum Reden gezwungen“, so Bürger, die bereits als Ehrenamtliche im Trauercafé „Momo“ mitgearbeitet hat und die Arbeit mit Kindern kennt. Menschen, die von Verlust betroffen sind, sind in der „Insel“ willkommen. „Verlust, was immer es ist“, erklärt Ute Gall. „Auch bei einer Scheidung der Eltern ist die Insel für die Kinder da.“

Zeitlich parallel zur Kindertrauergruppe findet gleichfalls im Martinushaus ein Gesprächsangebot für Angehörige oder Betreuer der Kinder statt. Leiterin dieser Einzeltreffen ist die ausgebildete Trauerbegleiterin und Familienberaterin Sabine Röhrbein. Vier Treffen – am 5. April, 17. Mai, 28. Juni und 5. Juli – sind angedacht.

Wie genau die Trauerbegleitung in der „Insel“ aussieht, erfahren Eltern und Betreuer bei einer Informationsveranstaltung, die am 15. März (16.30 Uhr) im Martinushaus stattfinden soll. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich bei der Familienbildung unter Rufnummer 0 23 51/ 90 52 90 oder LS.kefb@bistum-essen.de melden.

Das Gruppenangebot für die Kinder kostet 40 Euro, das Gesprächsangebot für Angehörige und Betreuer acht Euro.

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