Trauer um Waltraud Lange

Waltraud Lange.

LÜDENSCHEID ▪ Die Bergstadt ist um eine gute Seele ärmer: Waltraud Lange starb am Sonntag völlig überraschend im Alter von 72 Jahren im Klinikum Lüdenscheid. Damit verliert die Ostpreußische Landsmannschaft Lüdenscheid eine ihrer exponiertesten Repräsentantinnen.

Über viele Jahre hinweg engagierte sich Waltraud Lange als Kulturwartin und als stellvertretende Vereinsvorsitzende an der Seite von Dieter Mayer, dem sie auch persönlich verbunden war. 1987 lernten die beiden sich bei einer Fahrt in die gemeinsame alte Heimat Ostpreußen kennen. 2003 zog Waltraud Lange endgültig nach Lüdenscheid, wo sie sich mit Charme, Fröhlichkeit und Offenheit um die Belange jener ostpreußischen Landsleute kümmerte, die nach dem Verlust der Heimat ein neues Zuhause in Lüdenscheid gefunden hatten. „Als Kulturwartin hat sie sich sehr viel mit ostpreußischer Literatur beschäftigt“, erzählt Lebensgefährte Dieter Mayer. Im Haus der Vereine engagierte sich Waltraud Lange in der Heimatstuben-Arbeitsgemeinschaft, gründete die regelmäßigen Monatstreffs und vertrat die ostpreußische Landsmannschaft Lüdenscheid bei Tagungen des Bundes der Vertriebenen. An den jährlichen Tagen der Heimat erinnerte sie nicht nur mit Königsberger Marzipan und dem Honiglikör „Bärenfang“ an die verlorene Heimat. Den Kontakt zu jener Jugend, die Ostpreußen selber nur noch aus Erzählungen oder bestenfalls einer Urlaubsreise kennenlernte, hielt sie vor allem über die vereinseigene Volkstanzgruppe.

Geboren wurde Waltraud Lange am 4. November 1938 im ostpreußischen Heiligenbeil. Mit sechs Jahren ging sie im Winter 1945 mit ihrer Familie und vielen Verwandten auf die Flucht über das Frische Haff. Nach der Ankunft im schleswig-holsteinischen Eggebek absolvierte Waltraud Lange ihre Schuljahre in Schleswig. Es folgte eine längere Zeit in Köln, bevor sie ihre erste kleine Wohnung in Stüttinghausen bezog.

Noch im Februar führte Waltraud Lange gesund und munter durch den von ihr organisierten Fastnachtsball der Ostpreußischen Landsmannschaft. Mit traditionellen Volksliedern, Sketchen und Gedichten feierten rund 30 Mitglieder im Haus der Vereine. ▪ thk

Die Trauerandacht zur Beisetzung findet am Donnerstag, 12. Mai, ab 11 Uhr in der Kapelle des evangelischen Friedhofes statt.

http://www.westfalen.trauer.de

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