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Großer Einsatz für Italiener in Deutschland: Trauer um Dr. Aldo de Luca 

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Von: Susanne Kornau

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Der Ehrenpräsident des Vereins der Freunde italienischer Kultur, Dr. Aldo Luca, ist gestorben.
Der Ehrenpräsident des Vereins der Freunde italienischer Kultur, Dr. Aldo Luca, ist gestorben. © Ulf Schwager

Er stand für Lebensfreude und Zugewandtheit, für echtes Interesse am Gegenüber. Nun bleibt nur die Erinnerung an ihn, dem man immer mal wieder in der Stadt begegnete, bevor er wieder, für Monate, in seinem geliebten Italien weilte. Am 12. Oktober starb Dr. Aldo de Luca ebendort, plötzlich, nach Abschluss einer Sizilien-Reise, die er einmal mehr mit seiner Frau Angelika organisiert und mit den Freunden der italienischen Kultur unternommen hatte.

Lüdenscheid – Am 23. Oktober hätte er seinen 76. Geburtstag feiern können. Die Trauer ist tief bei Familie und Freunden, bei denen, die ihn kannten und schätzten.

Er galt als „deutsch-italienischer Brückenbauer“, wie der Verein, dessen Ehrenpräsident er war, es formuliert. In einem eigenen Rückblick auf die gemeinsamen Jahre voller italienischer Momente erinnern sich seine Freunde vor allem an seine warmherzige, sympathische Art: „Er war Initiator, Seele und Antrieb unseres Vereins.“

Den hatte Dr. Aldo de Luca am 30. Juni 1987 gegründet. Das Ziel war europäisch gedacht, aber zutiefst persönlich geprägt: Seit seiner Studienzeit, die er in den 70er-Jahren in Bochum abschloss, ließ ihn die damalige Situation vieler Italiener in Deutschland nicht los. Ihr Analphabetismus, die Perspektivlosigkeit, die er wahrnahm, forderten den Pädagogen und Menschenfreund zum Handeln auf. Doch Initiative für die Bildung seiner Landsleute durch Sprachkurse oder auch Kinderchor-Arbeit zu ergreifen, war das eine, die Förderung der Verständigung, der jeweils anderen Kultur, ihrer Vorzüge und Besonderheiten – das war das andere. Er initiierte Schüleraustausche, war Ansprechpartner, organisierte kulinarische Abende – und natürlich unzählige Studienfahrten nach Italien. Sein jahrzehntelanges Engagement würdigte die Stadt Lüdenscheid bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2008 mit der Verleihung der Ehrennadel.

Träger der Ehrennadel der Stadt

Geboren in Apulien, studierte Aldo de Luca Katholische Theologie in Rom, wo er auch promovierte, um später in Deutschland seine Studien in Philosophie und Italienisch abzuschließen. In Lüdenscheid fand er seine deutsche Heimat, hier wirkte er als Lehrer am Zeppelin-Gymnasium, wo er Latein, Italienisch und Katholische Religion unterrichtete. Zeitlebens war er zuhause in beiden Welten: dort, in der malerischen Toskana, hier, im herben Charme des Sauerlandes, wo er nun begraben wird.

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