Trauer um Marianne Weber

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Marianne Weber starb am Freitag. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Marianne Weber ist tot. Plötzlich und unerwartet starb die engagierte Kommunalpolitikerin und Bürgerin am Freitag im Alter von 76 Jahren.

Mit ihrer Familie trauern viele Lüdenscheider um eine Frau, die sich seit Jahrzehnten für ihre Stadt und die Menschen dort stark gemacht hat. 2009 war sie für ihre Verdienste mit der Ehrenplakette der Stadt Lüdenscheid ausgezeichnet worden. Sie wurde mitten aus einem erfüllten Leben gerissen, in dem sie bis zuletzt unter anderem als Vorsitzende der CDU-Senioren-Union und des Vereins der Freunde des Johannes-Busch-Hauses aktiv war.

1984 wurde Marianne Weber erstmals für die CDU in den Lüdenscheider Stadtrat gewählt, dem sie bis 2009 angehörte. Sie wirkte in vielen Gremien und Ausschüssen mit und prägte das politische Leben in der Stadt entscheidend mit. Sie war unter anderem Mitglied im Jugendhilfeausschuss, im Kulturausschuss, im Sozial- und Seniorenausschuss und im Schulausschuss, in dem sie von 1994 bis 2004 den Vorsitz innehatte. In diese Zeit fielen zum Beispiel der Bau der Erwin-Welke-Schule und der Pestalozzi-Turnhalle. Gewürdigt wurde ihr unermüdlicher Einsatz für die Belange der Lüdenscheider Schulen.

Innerhalb der CDU bekleidete Marianne Weber mehrere Ämter. Von 1993 bis 2005 war sie Schriftführerin im Vorstand der Ortsunion. Von 1993 bis 1997 war sie außerdem stellvertretende Vorsitzende der Frauenunion, von 1997 bis 1999 deren stellvertretende Schriftführerin.

Vor allem für die Senioren-Union ist der plötzliche Tod von Marianne Weber ein herber Verlust. Sie hatte die Gründung im Jahr 2000 mit damals acht Mitgliedern auf den Weg gebracht und war seitdem als Vorsitzende das prägende Gesicht der Vereinigung, die inzwischen 350 Mitglieder zählt. Im Kreisvorstand war sie stellvertretende Vorsitzende.

Ihr ehrenamtliches Engagement reichte weit über die Politik hinaus. Marianne Weber gehörte 1988 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins der Freunde des Johannes-Busch-Hauses und war dort in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Nachfolgerin von Jürgen Dietrich als Vorsitzende tätig. Auch für die Aktion Wigginghausen der Lebenshilfe engagierte sie sich. Darüber hinaus war Marianne Weber von 1993 bis 2001 als Schöffin am Lüdenscheider Amtsgericht und später als Jugendschöffin tätig. Auch das Hospiz im Amalie-Sieveking-Haus und die Lüdenscheider Tafel gehörten zu den Einrichtungen, die ihr stets am Herzen lagen.

Marianne Weber war keine Frau großer Worte, Lob war ihr unangenehm, aber sie hat sich stets mit viel Tatkraft und, wenn nötig, auch mit Hartnäckigkeit für die Ziele, die ihr wichtig waren, eingesetzt. Mit Marianne Weber verlieren die Lüdenscheider eine Frau, die das politische und gesellschaftliche Leben und Miteinander in der Stadt über viele Jahrzehnte entscheidend mitgestaltet und vieles auf den Weg gebracht hat.

Das Mitgefühl gehört in dieser schweren Zeit den Angehörigen. ▪ Bettina Görlitzer

http://www.westfalen-trauer.de

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