Trauer in Lüdenscheid: Ehemaliger VHS-Leiter gestorben

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Ulrich Kilo, langjähriger Leiter der VHS, ist wenige Tage vor Vollendung seines 79. Lebensjahres verstorben.

Lüdenscheid - Er wurde mitten aus dem Leben gerissen. Aus seinen Kursen, seinen geliebten Begegnungen mit anregenden Gesprächspartnern, seiner Faszination fürs Lernen und für das, was ihn stets aufs Neue bereicherte – das Menschsein in all’ seinen Facetten. Wenige Tage vor Vollendung seines 79. Lebensjahres ist der langjährige VHS-Leiter Ulrich Kilo verstorben. 

Die Diagnose kannte er erst seit kurzem. Als er sich Anfang April von seinen Kursteilnehmern mit einem sehr persönlichen Brief verabschiedete, ahnte er nicht, wie wenig Zeit ihm tatsächlich blieb. Die Trauer um diesen liebenswerten, aktiven Menschen ist groß – und für seine beiden Kinder und die Enkel doppelt schwer. Erst im Herbst hatte die Familie den Tod seiner Frau verkraften müssen.

Am 1. Oktober 1972 begann der aus Gießen stammende Diplom-Übersetzer für Französisch und Spanisch seine Lebensaufgabe an der VHS Lüdenscheid – als erster hauptamtlicher Mitarbeiter. Seit 1978 leitete er die Volkshochschule offiziell, prägte sie über Jahrzehnte. In dieser, wie er sagte, „wunderbaren Tätigkeit“ fand er berufliche Erfüllung. Seine Liebe zu dem, was andere Arbeit genannt hätten, strahlte auf die Kursteilnehmer aus – die Kurse waren überfüllt. 

Das umfangreiche Sprachenangebot, psychologische Schwerpunkte, Persönlichkeitsbildung, Yoga und Meditation, die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen des Lebens und Sterbens – das Programm der Bildungsstätte spiegelte die Persönlichkeit ihres Leiters wider, der eine Zusatzausbildung als Meditationslehrer absolviert hatte. Mit Rat, Tat und seiner ruhigen, optimistischen Art stand er zudem jahrelang an der Spitze zweier Fördervereine – dem der VHS und der Suchtkrankenberatungsstelle, wo er Mitte 2018 nach 16 Jahren seinen Posten zur Verfügung stellte.

Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand 2004 blieb der Gevelndorfer dem Alten Rathaus weiterhin eng verbunden, gab seine geliebten Kurse bis zuletzt. Und er ging nicht, ohne sich zu verabschieden, wohl wissend um die Notwendigkeit des Loslassens, und „dass auch dies zur großen göttlichen Ordnung gehört, in der ich mich geborgen fühle“.

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