"Trauer" und "Entsetzen" im Jobcenter Lüdenscheid

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Außenansicht des Jobcenter Neuss, aufgenommen am vergangenen Mitwoch. In dem Jobcenter hatte zuvor in Mann eine Mitarbeiterin durch Messerstiche tödlich verletzt.

LÜDENSCHEID - Mit "Trauer und Entsetzen" haben die Angestellten des Jobcenters am Duisbergweg auf den Mord an ihrer Kollegin in Neuss reagiert. Das sagte die Leiterin der Dienststelle, Jutta Busenius.

Beschimpfungen und Wutausbrüche gehören auch in Lüdenscheid zum Arbeitsalltag. Aber ein System aus gegenseitiger Hilfe und Fortbildung soll Sicherheit schaffen.

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Es komme vor, sagte Busenius weiter, dass ihre Mitarbeiterinnen von Kunden als "Schlampe" oder "Miststück" tituliert würden. Eine Frau habe mit dem Arm schon Gegenstände vom Schreibtisch einer Kollegin gefegt, ein Mann auf dem Flur ein Bild zerstört. "Damit müssen wir leben." Hausverbote oder Strafanträge seien in Extremfällen geeignete Mittel, massiveren Übergriffen oder Bedrohungen zu begegnen.

Alle Jobcenter-Beschäftigten nehmen laut ihrer Chefin freiwillig an Schulungen teil, in denen Polizisten Ratschläge für Gewaltprävention erteilen oder ein Deeskalationstraining anbieten. Alarmknöpfe auf den Computern sorgen dafür, dass Kollegen "in Sekundenschnelle" zu Hilfe eilen können, so Jutta Busenius.

Kopfschmerzen bereitet der Dienststellenleiterin der Umstand, dass Beschäftigte es nur schwer verhindern können, beim Bürgeramt eine Auskunftssperre in Bezug auf ihre Privatadressen zu erwirken. Hier muss Jutta Busenius schriftliche Stellungnahmen abgeben und eine Sperre ausführlich begründen.

Insgesamt aber sorgten die Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt für ausreichend Sicherheit, hieß es. - omo

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