Immer mehr junge Wohnungslose in Lüdenscheid

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Wohnheim-Leiterin Traude Rittinghaus (vorne) mit einem Teil ihres Teams (v.li.): Erhard Wietschel, Elisabeth Hopp, Sarah Sülberg, Michaela Meier und Friedrich Ruhwedel.

Lüdenscheid - Immer mehr junge Menschen nehmen das Angebot des Wohnhauses im Amalie-Sieveking-Hauses wahr. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den Leiterin Traude Rittinghaus am Donnerstag vorstellte.

Der Anteil hilfsbedürftiger Frauen ist danach mit fünf ungefähr gleich geblieben. „Das hängt zum großen Teil mit der Arbeitslosigkeit zusammen, die viele jüngere Menschen trifft“, sagt sie. Eine Besonderheit des Berichts ist auch, dass 52 von 89 Hilfesuchenden 2012 aus dem Märkischen Kreis kamen, 2011 waren es 39, ein Jahr zuvor 28.

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Ursachen der Hilfssuche sind Wohnungslosigkeit oder drohender Wohnungsverlust beziehungsweise unzumutbare Wohnungsverhältnisse. Hinzu kommen existenzielle, finanzielle und persönliche Krisen der Betroffenen. Überschuldung, ein gewaltbereites soziales Umfeld sowie die Entlassung aus Kliniken oder Justizvollzugsanstalten komplettieren die schwierigen Lebensumstände. „Es mangelt den Frauen und Männern an sozialen und belastbaren Beziehungen und sozialen Kompetenzen“, beschreibt Traude Rittinghaus die diffizile Lage. „Ziel unserer Hilfe ist es, die Schwierigkeiten zu überwinden, indem wir ihre verschütteten Fähigkeiten fördern und weiterentwickeln. Dabei gestalten die Betroffenen den Hilfsprozess aktiv mit.“

Dass dies Traude Rittinghaus und ihrem neunköpfigen Team immer wieder gelingt, unterstreicht die Zahl der dezentralen Wohnungen, die in den vergangenen 15 Jahren bezogen worden sind. „196 sind es inzwischen, in diesem Jahr werden wir sicherlich noch die 200. anmieten. Pro Monat wird eine neue Wohnung nach Beendigung des Aufenthalts im Wohnhaus angemietet. Den regelmäßigen Kontakt halten unsere Sozialarbeiter.“ Der Wohnraum werde aber knapper, die Akquise schwieriger.

Problematisch bleibt auch die Substitution von drogenabhängigen Menschen. Die Kapazität an Plätzen reicht in Lüdenscheid nicht aus. Im vergangenen Jahr konnten daher im Wohnhaus keine opiatabhängigen Klienten aufgenommen werden.

Träger der Einrichtung ist das Evangelische Perthes-Werk, Kostenträger der Maßnahmen der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL). Zwei wesentliche Projekte sind das Haushaltstraining und die Theatergruppe. Das Wohnhaus wird nach dem Umzug des Altenheims mehr Platz an der Sedanstraße haben. „Wir bleiben hier.“ - Martin Messy

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