Probleme beim Wohnungsangebot

Traude Rittinghaus

Lüdenscheid - Auf ein Jahr der Geburtstage blickt Traude Rittinghaus, Leiterin des Wohnhauses im Amalie-Sieveking-Haus an der Sedanstraße, zurück: das 20-jährige Bestehen des „Evangelischen Perthes-Imbiss“ und 130 Jahre Wohnungslosenhilfe in Lüdenscheid. Aber es gibt nicht nur Grund zur Freude im Wohnhaus, dessen Träger das Evangelische Perthes-Werk ist.

Zwar hat sich die Wohnqualität für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten nach dem Umzug in die leerstehenden Räume der Altenhilfeeinrichtung und des Hospizes enorm verbessert – jeder der 20 stationär untergebrachten Frauen und Männer hat ein Einzelzimmer, teilweise mit Balkon.

Aber bei dem Wohnungsangebot für die 20 dezentralen Wohnungen gibt es Probleme, wie aus dem Jahresbericht für 2014 hervorgeht. „Es ist mittlerweile auch in Lüdenscheid schwieriger geworden, sozialverträgliche Wohnungen zu erhalten, da der Mitspiegel für diese Wohnungen vermindert wurde und auch die Höhe der Nebenkosten gesenkt wurde.“ Zudem werde auch bei Übernahme der dezentralen Wohnung von einigen Vermietern eine Schufa-Auskunft verlangt, so dass ein Klient im vergangenen Jahr seine dezentrale Wohnung nicht habe übernehmen können. Das stehe für eine weitere Wohnung auch in diesem Jahr bevor.

Das Wohnungsangebot verringere sich daher. „Bisher konnte dieser Engpass aufgrund von hervorragenden Kontakten zu bisherigen Vermietern und aufgrund unseres guten Rufes vermieden werden“, schreibt Traude Rittinghaus.

Im Berichtsjahr erhielten 80 Klienten Unterstützung, davon waren acht weiblich. Die meisten waren zwischen 30 und 60 Jahre, acht im Alter bis 21 Jahre. 15 bekamen eine dezentrale Wohnung im Stadtgebiet, davon haben mittlerweile vier die Wohnung als Mieter übernommen. 22 beendeten unterstützende Angebote erfolgreich und wurden in „angemessene Wohnformen“ vermittelt.

Die bestehenden Kooperationen und das Netzwerk zu gesellschaftlichen und sozialen Einrichtungen seien im Berichtsjahr stabilisiert und erweitert worden. Durch den Wegfall der „Nachgehenden Hilfen“ werde die Zusammenarbeit mit Anbietern ambulanter Hilfen immer wichtiger, damit auch nach eigenständiger Übernahme der Wohnung ein Ansprechpartner für die Klienten zur Verfügung stehen.

Ein großes Bestreben sei es nach wie vor, eine neue Immobilie zu finden.

Von Martin Messy

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