Trampelpfad zu Autobahn

„Die beste Art, sich etwas einzuprägen, ist, es anzuwenden. Wenn ich also Englisch lernen will, muss ich es natürlich sprechen“, meint die 23-jährige Jacqueline.

LÜDENSCHEID ▪ Kennt ihr das auch? Ihr schreibt morgen einen Test in Mathe und könnt euch diese komischen Formeln nicht merken? Oder die Latein-Vokabeln wollen einfach nicht in euren Kopf? Viele Schüler und Studenten haben Probleme beim Lernen. Wir haben mit einem Psychologen der Beratungsstelle der Stadt Lüdenscheid gesprochen, der ein paar hilfreiche Tipps zu diesem Thema geben kann. Von Anja Bittrich

„Man kann sich unser Gedächtnis wie ein Netzwerk aus Wegen und Straßen vorstellen. Lernt jemand etwas Neues, entsteht erstmal ein Trampelpfad“, erzählt uns Schulpsychologe Karl-Heinz Gotthardt von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und Schulpsychologie. „Wichtig ist es dann vor allem, den neuen Stoff anzuwenden, damit aus den Trampelpfaden Straßen und später richtige Datenautobahnen im Gehirn entstehen.“ Je öfter man also etwas übe und wiederhole, umso mehr baue man seine „Autobahnen“ aus. „Das schafft man am besten, indem man am selben Tag noch die Hausaufgaben macht und so den Stoff nacharbeitet.“

Erstmal muss allerdings ein Trampelpfad entstehen und das kann nur passieren, wenn ihr euch mit den neuen Dingen beschäftigt, zum Beispiel durch Melden und Fragen stellen im Unterricht. „Besonders wichtig ist es, für jedes Fach die richtige Lernstrategie anzuwenden“, sagt der Experte. Mathematische Formeln könnten sich Schüler am besten merken, wenn sie sie verstehen und sich gut als „Bild“ vorstellen können, nicht nur als Buchstabensalat.

Wer einen neuen Text lest, bewaffnet sich am besten mit einem bunten Textmarker und unterstreicht die interessantesten Stellen.

Dass man sich mit einem unordentlichen Schreibtisch und Musik im Hintergrund nicht gut konzentrieren kann, habt ihr sicher selber schon gemerkt. Aber wusstet ihr, dass auch die Ernährung wichtig ist? Mit einem gesunden Frühstück könnt ihr am besten in den Tag starten. Wer morgens nichts isst, dessen Gehirn bekommt keine Energie und kann auch nicht gut funktionieren.

Wie ihr seht, kommt man um eines nicht herum: Handeln, Handeln, Handeln! Man lernt nur, wenn man auch etwas dafür tut. Wenn ihr euch also wirklich für den Schulstoff interessiert und euch damit beschäftigt, dann könnt ihr es euch auch lange merken – und dann kann die Schule auch Spaß machen!

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