Die Genossen bejubeln 44,89 Prozent

SPD toppt überragenden Erfolg von vor fünf Jahren

Bürgermeister Dieter Dzewas freut sich über den Erfolg des 20-jährigen Philipp Siewert, der seinen Wahlbezirk direkt eroberte.

Lüdenscheid - Die SPD hat ihren Erdrutschsieg aus den Kommunalwahl von vor fünf Jahren noch einmal getoppt und ein überragendes Wahlergebnis eingefahren: 44,89 Prozent der Wähler votierten für die Sozialdemokraten, ein Plus von 5,34 Prozent. Einmal mehr profitierten sie dabei auch von dem Sog des amtierenden Bürgermeisters Dieter Dzewas, der sein Amt mit einer satten Zweidrittelmehrheit – 68,27 Prozent, verteidigte.

Dzewas setzte damit ein dickes Ausrufezeichen, hinter dem Björn Weiß (CDU) fast verschwand. 29,11 Prozent der Wähler gaben dem Christdemokraten ihre Stimme. Der dritte Kandidat, Stephan Haase von der NPD, erreichte 2,62 Prozent.

Dieter Dzewas bedankte sich bei allen „fleißigen Wahlhelfern, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Das ist ein großer Vertrauensvorschuss, den ich von den Wählerinnen und Wählern erhalten habe. Ich werde alles versuchen, um ihn zu erfüllen und setze weiter auf eine offene Zusammenarbeit im Rat.“

Damit machte er gleichzeitig ein Angebot an eine Fortführung der sogenannten Ampel-Koalition aus SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP, die in der vergangenen Legislaturperiode die Mehrheit im Rat gebildet hatte. Zwar reicht es seit Sonntagabend für eine rot-grüne Mehrheit, da die Grünen zwar gegenüber 2009 etwas schwächelten und mit 7,47 Prozent 0,32 Prozent verloren, aber gemeinsam mit der SPD (21 Sitze) stünden unterm Strich 25 Sitze. 48 Sitze zählt der Rat insgesamt. Aber auch Grünen-Sprecher Otto Bodenheimer signalisierte, die FDP erneut mit ins Boot nehmen zu wollen. „Das war eine erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Für FDP-Fraktionssprecher Jens Holzrichter war dies allerdings zunächst einmal ein schwacher Trost. Im Gegenteil: „Das ist ein trostloses Ergebnis. Mir war zwar klar, dass wir den Erfolg von 9,7 Prozent aus 2009 angesichts der Gesamtsituation der FDP nicht wiederholen konnten, aber nur 4,66 Prozent hatte ich mir dann doch nicht vorgestellt.“

Ein enttäuschter Friedrich-Karl Schmidt (CDU).

Die CDU sähe sich auf der harten Oppositionsbank damit wieder einer breiten „Regierungsmehrheit“ gegenüber. 33,31 Prozent bedeuten zwar eine leichte Stabilisierung des Ergebnisses gegenüber 2009, aber es bleibt beim Bohren sehr dicker Bretter, um die eigenen Vorstellungen durchsetzen zu können. Fraktionschef Oliver Fröhling: „Wir hatten uns was anderes vorgenommen.“

Glücklicher war da schon Peter Oettinghaus von der Alternative für Lüdenscheid (AfL). Die freie Wählergemeinschaft erreichte 3,18 Prozent und sitzt jetzt mit zwei Vertretern im Rat. „Bei uns steht tendenziell der soziale Bereich im Vordergrund und nicht irgendeine Parteiprogrammatik“, erklärte sich Oettinghaus gemeinsam mit Ehefrau Monika und Vater Richard das überraschend gute Ergebnis.

Auch die Partei Die Linke zeigte sich angesichts des verkleinerten Rates zufrieden mit dem Ergebnis. „Unser Ziel waren drei Mandate, aber zwei sind schon in Ordnung“, meinte Michael Thomas-Lienkämper. Die Linke erreichte 4,56 Prozent.

Ein Ärgernis für alle: Die NPD ist auch weiterhin mit Stephan Haase im Rat vertreten.

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