Zum Tode von Achim Ahlhaus

Achim Ahlhaus †

LÜDENSCHEID ▪ Achim Ahlhaus ist tot. Die Nachricht verbreitete sich am Montag schnell. Viele kannten ihn, den Vorsitzenden des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV), den langjährigen SPD-Ratsherrn, den Schiedsmann, den Krankenhausfunk- und Stadtfest-Moderator. Im Alter von 57 Jahren starb er, der lange mit einer schweren Krankheit gekämpft hat, an den Folgen eines Sturzes. Mit seiner Frau Christa, den Kindern Anja und Axel, trauern viele in der Stadt.

Er war stolz darauf, ein echter Lüdenscheider zu sein. Aufgewachsen an der Niedersteinanlage, zog er mit seinen Eltern Mitte der 60er Jahre zur Breslauer Straße. Er genoss die wilden 70er, schlug sich als Discjockey im Haus der Jugend die Wochenenden um die Ohren – sofern er nicht arbeitete. Nach Bäckerlehre und wechselhafter Schulkarriere machte er sein Abitur am Aufbaugymnasium Halver. Nebenbei, vieles lief nebenbei, jobbte er als Koch und Kellner bei Kattenbusch und auf der Raststätte Sauerland-West. Ein BWL-Studium in Köln brach er ab, studierte weiter an der Fernuni. 1979 heiratete er Christa, in der er eine Partnerin fand, die ihn nahm wie er war.

Zeitweise war er Handelsvertreter, Assekuranz-Makler, hatte einen Warenvertrieb, eine Beteiligung am Kalenderverlag „Schönes Sauerland“, einen Angestelltenjob. Er liebte das Tauchen, die Natur, den Genuss, das Feiern, die Menschen. Alles oder nichts. „Wenn er das Unmögliche möglich machen wollte, hat er das hingekriegt“, sagt seine Familie. Hauptsache, es war nicht zu früh morgens.

Er war der Typ, der spontan nach Paris musste, als gäbe es kein Morgen. Er war der, der lieber in den Autobahn-Stau fuhr als über die durchgezogene Linie in die nächste Ausfahrt. Er war der, der jedes Sichtfenster aus Briefumschlägen gerissen hat, weil Müll zu trennen ist. Er war es, der das Kohlberghaus seines SGV einst nebenbei bewirtschaftete, bis seine Christa fast am Ende ihrer Kräfte war. Er konnte für eine LN-Wanderreportage bei Mondlicht durchs Mintenbecker Tal marschieren und den Fernblick in leuchtenden Farben beschreiben. Er war der Typ hinter der Clownsmaske, der Weiberfastnacht vor seinem Sekt in der Ecke saß und mit niemandem sprach. Er konnte mit seinem „Bonzenauto“ zum SPD-Ortsverein fahren und die Bemerkungen der Genossen amüsiert wegstecken. Wenn Streithähne seine Schiedsmannsstunde nicht versöhnt verließen, nahm er das persönlich übel. Sein Heiligabend begann am Mikro seiner „Hellen Welle“ und endete im Kreise der Familie. Er war stolzer Vater, selbstverständlich fordernder Ehemann, Weggenosse, guter Freund. Er war ein Original, ein Unikat. Der Abschied fällt schwer. ▪ Susanne Kornau

http://www.westfalen.trauer.de

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