Tierschutzverein ohne Spielraum für Investitionen

Mitglieder des Lüdenscheider Tierschutzvereins trafen sich zur Jahreshauptversammlung im Gevelndorfer Krug. Dabei gab es viele Anregungen zu diskutieren.

LÜDENSCHEID ▪ Mehr als 200 000 Euro an Ausgaben hatte der Lüdenscheider Tierschutzverein 2010 – ohne das Spendenaufkommen in Höhe von etwa 119 000 Euro wäre das nicht möglich.

Im Vergleich zu 2009 registrierte der Verein einen deutlichen Aufwärtstrend bei den Spenden von rund 30 000 Euro. Deshalb nutzte der Vorstand um den Vorsitzenden Manfred Hardy die Jahreshauptversammlung am Freitag im Gevelndorfer Krug dafür, allen Spendern Dank zu sagen. Egal ob kleine oder große Summen – jeder einzelne Euro werde im Tierheim Dornbusch gebraucht. Nach wie vor sei kein Spielraum, um bereits beschlossene Investitionen, beispielsweise in ein zweites Katzenhaus, umzusetzen. Auch eine Kastrationsaktion für wilde Katzen wurde und wird aus Kostengründen nicht durchgeführt.

Langfristig, so erklärte Hardy, solle die Finanzierung des Tierheims verändert werden. Seine Idee ist die Gründung einer Stiftung, aber dafür bedürfe es eines entsprechenden Grundkapitals, dass der Verein in der aktuellen knapp kalkulierten Finanzlage nicht ansparen könne.

Insgesamt wurden im Tierheim 659 Tiere erfolgreich vermittelt. Dennoch hat sich der Bestand auf einem hohen Niveau von mehr als 800 eingependelt. Etwa 24 000 Euro erwirtschaftet der Verein mit der Vermittlung von Tieren – Geld das dringend benötigt werde. Dennoch fehle es häufig an Verständnis, wenn der Tierschutzverein beispielsweise 195 Euro für einen Hund nehme, der entwurmt, geimpft, gechipt und oft auch kastriert sei, so Hardy.

Auf eine Einnahmequelle wird der Verein verzichten: Die Tombola beim Stadtfest wird es nicht mehr geben – Aufwand und Ertrag stünden in keiner vernünftigen Relation, erklärten Hardy und sein Stellvertreter Rolf Störmann. Gleiches gelte für den Weihnachtsmarkt in Schalksmühle, aber dazu haben die Mitglieder noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Alternativ zum Stadtfest möchte der Tierschutzverein ab 2012 ein Frühlingsfest etablieren. Helfer sucht der Tierschutzverein noch für den 15. und 16. April. Dann sollen bei einer Aktion des Geschäftes „Freßnapf“ Kaffee, Waffeln und Suppe verkauft werden.

Ein großer Erfolg sei der Tag der offenen Tür im Tierheim. Schon jetzt ist sicher, dass dieser 2013 Teil der Veranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen des Tierschutzvereins werden soll. Geplant ist dann ein großes Kinderfest, für das, wenn möglich die Maus des WDR verpflichtet werden soll. Außerdem rief Hardy alle Mitglieder auf, Ideen zu sammeln, wie das Jubiläum gefeiert werden könnte. Diesen Appell vernahmen allerdings nicht allzu viele – Hardy und Störmann beklagten das geringe Interesse der mehr als 500 Mitglieder an der Jahreshauptversammlung.

Neu im Vorstand ist Christel Arnold als Schriftführerin. Das Amt hatte sie im Vorfeld bereits kommissarisch übernommen. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt.

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