Fundtierpauschale

Tierschutzverein höchst unzufrieden mit der Stadt

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Thomas Höllmann (1. Vorsitzender, links) und Rolf Störmann (2. Vorsitzender) führen durch die Jahreshauptversammlung.

Lüdenscheid - Sehr unzufrieden äußerte sich Thomas Höllmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins Lüdenscheid und Umgebung, am Freitag im Rahmen der Jahreshauptversammlung in Hinblick auf die Stadt Lüdenscheid.

Seine Kritik richtete sich gegen die Höhe der städtischen Fundtierpauschale.

„Diese Pauschale ist mit 25 000 Euro im Jahr viel zu gering im Vergleich zu den Aufgaben, die wir erfüllen müssen“, meinte der Vorsitzende. Die Fundtiere sind für die Kommune eine Pflichtaufgabe, die sie an den Tierschutzverein gegen Zahlung der Fundtierpauschale übertragen hat. Hierfür ist der Verein verpflichtet, an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden lang für die Aufnahme von Fundtieren zur Verfügung zu stehen. „Der niedrige Betrag, mit dem wir am Ende aller Tierschutzvereine stehen, die ich kenne, begründet die Stadt immer wieder mit der schlechten Haushaltslage“, bedauert Höllmann. „Dabei handelt es sich hierbei eindeutig um eine Pflichtaufgabe der Kommune, die erfüllt werden muss und die die Stadt deutlich teurer zu stehen käme, wenn sie sich selbst darum kümmern müsste“, stellte der Vorsitzende klar. Höllmann empfahl angesichts der derzeitigen, für den Tierschutzverein unbefriedigenden Situation mit Nachdruck eine Kündigung des Vertrages mit der Stadt Lüdenscheid.

„Die Zahl der vermittelten Tiere aus dem Tierheim Dornbusch hat sich im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt“, erklärte Höllmann bei der Versammlung im Restaurant Hohe Steinert. 296 Fundtieren stünden im vergangenen Jahr 289 Vermittlungen gegenüber, darunter 84 Hunde, 147 Katzen und 58 Kleintiere. „Diese guten Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erklärte Höllmann.

Darüber hinaus sei die Spendenbereitschaft im Jahr 2015 ebenfalls deutlich auf einen Betrag von 158 000 Euro angestiegen. Auch die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen nahmen aufgrund vieler neuer Mitglieder zu. Deshalb sei der bisherige Investitionsstau gebrochen worden. „Unter anderem haben wir die Katzenräume einschließlich des alten Katzenhauses neu gefliest und vergrößert“, erklärte der Vorsitzende. Im Hundehaus seien verrostete Metallwände ausgetauscht und gegen neue Edelstahlbleche ersetzt worden. Ferner sei ein Behandlungsraum eingerichtet worden, der es einem Tierarzt ermöglicht, vor Ort zu behandeln.

Als weitere Erfolge wertete Thomas Höllmann den Umstand, dass neue Patenschaften und Pflegestellen vermittelt sowie zahlreiche Hunde aus dem Ausland, insbesondere aus Rumänien und Ungarn, aufgenommen werden konnten. „Hierbei hatten wir die Möglichkeit, uns die Tiere auszusuchen, so dass sie im Anschluss gut vermittelt werden konnten“, erklärte der Vorsitzende. Desweiteren plant der Tierschutzverein eine Seminarreihe an vier Samstagen im Mai, Juni, Juli und August zu unterschiedlichen Themen rund um den Tierschutz, die zunächst im Tierheim Dornbusch stattfinden, bei einem größeren Zuspruch aber auch an einen anderen Veranstaltungsort ausgelagert werden könnte.

Der Vorstand gab schließlich bekannt, dass der Tierschutzverein noch zwei Helfer für die Betreuung von Wildtieren, insbesondere Vögeln, benötigt. Wer zu dieser Aufgabe Lust und Zeit hat, kann sich direkt an das Tierheim (Tel. 0 23 55/ 63 16) wenden. Schließlich kündigte Thomas Höllmann das Tierheimfest am Sonntag, 4. September, ab 11 Uhr an. An jedem ersten Samstag im Monat ist der Tierschutzverein darüber hinaus auf dem Rathausplatz in Lüdenscheid sowie in diesem Jahr auch wieder auf dem Weihnachtsmarkt in Schalksmühle präsent.

Bei den Vorstandswahlen des Vereins trat Kassenwartin Gisela Selbach von ihrem Amt zurück, als Nachfolgerin wurde Martina Lauch-Schmidt gewählt. Thomas Höllmann wurde als 1. Vorsitzender ebenso in seinem Amt bestätigt wie Beisitzer Volker Lange.

Weitere Infos: www.tierheimdornbusch.de.

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