Der Geist von Klaus Kinski

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Thomas Schreckenberger stellte sein Programm „Notausgang gesucht“ vor.

Lüdenscheid - Was passiert, wenn der Geist von Klaus Kinski während einer Kabinett-Sitzung in Angela Merkel fährt, wissen zumindest diejenigen jetzt, die am Dienstagabend zu Gast waren im Garderobensaal des Kulturhauses.

Mit einer fulminanten Zugabe – Teil seines neuen Programms – entließ der Comedian Thomas Schreckenberger sein Publikum in die Winternacht. Und so mancher wischte sich noch im Hinausgehen die Lachtränen aus den Augen.

Vorangegangen waren gute zwei Stunden, in denen Schreckenberger sein 2013 aufgelegtes und immer wieder auf Höhe der Zeit aufpoliertes Programm „Notausgang gesucht“ vorstellte. Schreckenberger war der Dritte im Bunde derer, die sich in diesem Jahr um die Lüdenscheider Lüsterklemme bewerben.

Was er bot, war echtes Komödiantentum, Parodie, Gestik, Mimik und jede Menge Blödsinn, über den man herzhaft lachen konnte.

Schwaben hat es dem Lüsterklemmen-Bewerber angetan: „Was sich bewegt, wird gegrüßt. Was sich nicht bewegt, wird geputzt.“ Überhaupt seien die Schwaben die Gewinner der Wiedervereinigung: „Seit Sachsen zu Deutschland zählt, ist schwäbisch nicht mehr die Deppensprache Nummer eins.“ Der Comedian tummelte sich in der Polit-Szene. Sigmar Gabriel sei die sozialdemokratische Antwort auf Schweinchen Babe, um gleich darauf Helmut Kohl zu parodieren, Schröder, Strauß und Schäuble, Seehofer, sein persönliches Feindbild Ursula von der Leyen („Das sind keine Haare, das ist Stacheldraht“) und immer wieder „Mutti“ Merkel. Mit gerappter Lyrik entließ er sein Publikum in die Pause.

Mit seinem politischen Kasperle-Theater nach der Pause hat sich Schreckenberger ohne Zweifel weit nach vorn katapultiert im Ranking, denn nach wie vor bestimmen die Gäste, wer die Lüsterklemme kriegen soll.

Im zweiten Programmteil kamen dann eher Größen wie Grönemeyer oder Lindenberg zu parodistischen Ehren. Doch immer wieder fand der Comedian zurück zur politischen Bühne.

Zum Auftakt des Abends hatte Kulturhausleiter Stefan Weippert den Schwaben anmoderiert mit den Worten: „Ich wusste sofort: Der passt hier her.“ Stimmt!

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